Globetrotter Dachzelttypen

Bei Globetrotter arbeiten mehr als 1400 Outdoorbegeisterte und einige Dachzeltbesitzer. Fünf von ihnen lassen sich in die Karten schauen, was für sie das Dachzelt zum ultimativen Schlafplatz an der frischen Luft macht.

#1 Der Autarke

Sönke Schiretz – Ausbildungsleiter Globetrotter
Maggiolina Airtop S auf Skoda Octavia Kombi

Ein Skoda Octavia ist ein ganz normaler Mittelklassekombi, aber mit dem Dachzelt wird er zu unserem autarken »Wohnmobil« mitsamt Campingküche, Kühlschrank und Dusche. Eine Standard-Dachzelt-Tour gibt es für uns nicht. Die ist immer individuell und voller Abenteuer. 

Am Anfang ist es nervig: Das Beladen des Autos – bis alles an seinem Platz ist – dauert bei uns schon seine Zeit. Aber wenn das geschafft ist, fühlt es sich einfach nur gut und frei an und ich freu mich, wenn es losgeht. Immer dabei ist eine Kompressorkühlbox, Gaskocher, eine portable Dusche und Campingmöbel. Beim Kauf achte ich explizit darauf, dass das Packmaß maximal klein und der Komfort groß ist.

Am liebsten verreise ich in entfernte Regionen, ganz autark und mit dem nötigsten Equipment. Schön waren die Reisen mit unserem »Gespann« nach Griechenland, Marokko, Spanien und in die Berge der Schweiz oder Österreich. Meistens bin ich drei bis vier Wochen unterwegs und suche mir Plätze inmitten der Natur. Auf einem Campingplatz übernachte ich nur, wenn ich gar nichts finde.

Auch wenn es mit Dachzelt und Octavia enger ist als ein klassisches Wohnmobil, möchte ich nicht tauschen. Ich schätze die Flexibilität, die mir mein PKW mit der »Dachbox« auf Reisen bietet. Ich finde schnell einen schönen Spot, wo größere Camper oft nicht hinkommen und auch einen Parkplatz in den Städten, wann immer ich einen benötige. Zudem bin ich in der Reisegeschwindigkeit nicht so sehr reglementiert.

Mein Tipp für Dachzelt-Newbies? Nehmt euch beim Zusammenklappen des Dachzeltes 30 Sekunden mehr Zeit und achtet genau darauf, dass der Zeltstoff sauber über den Gasdruckfedern liegt. Dann habt ihr länger Freude an eurer neuen Unterkunft.

»Meistens bin ich drei bis vier Wochen unterwegs und suche mir Plätze inmitten der Natur. Auf einem Campingplatz übernachte ich nur, wenn ich gar nichts finde.«


#2 Der Pragmatiker

Rainer Jaepel – Filialleiter Globetrotter Dresden
Columbus Variant M auf VW Touran

Das Dachzelt ist für mich Mittel zum Zweck. Ich schätze die Flexibilität und die Reisegeschwindigkeit. Besonders aber, dass ich viel Zeit spare: Zeit beim Suchen und Reservieren einer Unterkunft, Zeit beim Zeltaufbau, Zeit fürs häusliche Einrichten, Zeit für Fahrten zwischen Kletterroute und Schlafplatz. Mit dem Dachzelt habe ich meine Unterkunft und alles was ich brauche immer dabei.

Frisch poliert darf der Touran mitsamt Dachzelt auch in Fußgängerzone vor den Globetrotter Dresden.

So kann ich auch aus Dresden an einem verlängerten Wochenende spontan und nach Wetterlage in die Alpen fahren. Die Zeit vor Ort kann ich fast 100 Prozent fürs Klettern nutzen. Mehrseillängentouren sind meine große Leidenschaft und da sind zwei Tage frei schon wirklich wenig Zeit für die anspruchsvollen Routen zum Beispiel in den Dolomiten.

Gerne erinnere ich mich an eine Tour ins Sella-Massiv. In Dresden herrschten 30 Grad, bei Ankunft am Sellapass lagen 20 Zentimeter Schnee. Direkt vom Auto starteten wir in die erste Route und kletterten bis in die Dunkelheit. Nach dem Abstieg stiegen wir direkt auf dem Parkplatz ins Dachzelt. Wie wir danach geschlafen haben … ihr könnt es euch vorstellen. Nach einer wirklich erholsamen Nacht – denn bequem ist das Dachzelt ja auch noch – verschwand das Dachzelt wieder in seiner Box. Frühstück im Auto auf der Fahrt zu den Tofana des Rozes in den Ampezzaner Dolomiten. Wieder klettern im Sonnenschein über der verschneiten Landschaft der Dolomiten. Und am nächsten Tag bin ich wieder top ausgeruht in der Filiale …

»Mit dem Dachzelt habe ich meine Unterkunft und alles was ich brauche immer dabei. Die Zeit vor Ort kann ich fast 100 Prozent fürs Klettern nutzen.«


#3 Der Spontane

Lars Plein – Controlling Globetrotter
Maggiolina Grand Tour auf Opel Vectra

Wir fahren unser Dachzelt das ganze Jahr auf dem Auto »spazieren«. Das kostet zwar ein wenig mehr Sprit, aber da wir unseren Wagen eigentlich nur für Touren am Wochenende nutzen, ist das vertretbar. Im geschlossenen Dachzelt befindet sich unsere gesamte benötigte Ausrüstung wie Schlafsäcke, Campingstühle, Tisch und Kocher. Daher sind wir als Dachzeltnomaden jederzeit einsatzbereit. Ein Tagesausflug können wir immer um eine spontane Nacht verlängern. Ohne Vorbereitung ein paar Tage in der Natur verbringen – kein Problem für uns! Es reicht, sich beim Start auf eine Himmelsrichtung festzulegen, denn die schönsten Orte in der Natur entdeckt man zufällig.

Auf jeder Reise gibt es so viele schöne Erlebnisse und eine Tour ohne Ziel steckt immer voller Überraschungen. Aber immer wieder fasziniert mich die Stille und Ruhe in der Natur oder der Weitblick und das Meeresrauschen, wenn man das Dachzelt oben auf einer Klippe hochkurbelt. Oft sind es auch die zufälligen Begegnungen mit Menschen vor Ort oder anderen Reisenden, die in Erinnerung bleiben. Und wenn mein Lütte am Ende einer Tour sagt »Papa, ich will nicht nach Hause, ich möchte noch weiter dachzelten«, dann ist auch das einer der schönsten Momente.

Mein Tipp für Dachzelt-Nebies? Hat das Dachzelt einen Kurbelmechanismus, empfehle ich eine Ersatzkurbel dabeizuhaben. Bei Verlust einer Kurbel ist es nur schwer möglich, das Dachzelt zu öffnen bzw. zu schließen.

»Ein Tagesausflug können wir immer um eine spontane Nacht verlängern. Ohne Vorbereitung ein paar Tage in der Natur verbringen – kein Problem für uns!«


#4 Die Umtriebige

Sonja Röhricht – Online Marketing Globerotter
Autohome Overland (kleinste Größe) auf einem Nissan Micra (Dreitürer!)

Ein Dachzelt auf so einem kleinen Wagen – das sieht man schon selten. Oft werde ich gefragt, ob das rechtlich OK sei, so wegen Dachlast und Überstand. Das kann ich immer nur bejahen. Auch einen Kleinstwagen kann man mit einem Softcover-Dachzelt – das zur Beifahrerseite hin ausgeklappt wird – zu einem »Wohnmobil« erweitern und ich genieße es.

Optik? Geschmackssache! Praktisch ist ein stadttauglicher Kleinwagen mit einem Dachzelt allemal.

Seit mittlerweile sechs Jahren habe ich mein Overland vom Frühjahr bis Spätherbst auf dem Auto und habe es seither an unzähligen Wochenenden und in jedem Urlaub genutzt. Ganz klassisch startet für mich das Wochenende am Freitag (mit Packen). Je nach Wetteraussichten werden zusätzlich zur gut gefüllten Kochkiste entweder Kletter- oder Bootsausrüstung oder auch die Fahrräder verstaut – ja auch das passt noch in den Kleinwagen – und ab geht es mit Freunden in die Natur. Wenn ich es geschickt anstelle, kann ich am Nachmittag noch paddeln gehen oder die erste Route klettern. Im Anschluss wird dann vor dem Auto noch ausgiebig gekocht. Nach einem langen actionreichen Tag ist das Overland in weniger als zwei Minuten aufgebaut und ich freue mich auf  die Gemütlichkeit im Zeltinneren, den erholsamen Schlaf auf einer komfortablen Matratze sowie den meist fantastischen Ausblick und Vogelgezwitscher am nächsten Morgen. 

Mein Tipp für Dachzelt Newbies? Unterlegkeile zum Ausgleichen von Schräglagen mitnehmen. Eine günstige, selbstaufblasende Isomatte taugt als Komfortverstärker für die im Lieferumfang enthaltene dünne Matratzen.

»Auch einen Kleinstwagen kann man mit einem Softcover-Dachzelt – das zur Beifahrerseite hin ausgeklappt wird – zu einem »Wohnmobil« erweitern und ich genieße es.«


#5 Der Neuling

Florian Dill – Verkaufsberater Globetrotter Köln
Maggiolina Grand Tour 360° M auf einem Dacia Dokker Stepway

Farblich passende Kombi aus Dachzelt und Auto – beides heizt sich in dieser Farbe weniger auf.

Meine Freundin und ich haben uns das Dachzelt im Corona-Lockdown zugelegt. So haben wir bislang nur kleine Touren mit ein bis zwei Tagen an einen schönen See oder Wald in der Nähe machen können. Das reichte aber, um in dieser komischen Zeit einfach mal rauszukommen. Tagsüber haben wir Touren zu Fuß oder mit dem Bike gemacht, dann am Auto gekocht und sind nach Einbruch der Dunkelheit in unser Zelt verschwunden.

Durch die Verlagerung der Schlaffläche aufs Dach – vorher haben wir im Auto geschlafen – haben wir im Auto viel Platz gewonnen. Wenn wir die Rückbank rausnehmen, bekommen wir sogar unsere Fahrräder mit. Momentan sind wir dran, uns einen kleinen Küchenblock und ein paar Boxen und Regale in das Auto zu bauen, sodass wir mit minimalem Aufwand ein für uns luxuriöses Minicampingmobil haben. Zusätzlich schätze ich die Spontanität und Flexibilität, die das Dachzelt mit sich bringt. Selbst in Corona-Zeiten, als alle Campingplätze geschlossen hatten und man in der Regel auch keine Wohnwägen oder so leihen konnte, konnten wir mit dem Auto los. Sofern man keinen Camping-Aufbau neben dem Auto hat, ist das Schlafen im Dachzelt auf öffentlichen Parkplätzen eine Grauzone – offiziell stellen wir unsere Fahrtüchtigkeit wieder her… 

Mein Tipp für Dachzelt Newbies? Wenn man sich ein Tarp über den Eingang des Dachzelts spannt, hat man nicht nur einen regengeschützen Eingang​, sondern auch noch eine schattige Fläche, unter der man sitzen, kochen und Karten spielen kann. 

»Selbst in Corona-Zeiten, als alle Campingplätze geschlossen hatten und man in der Regel auch keine Wohnwägen oder so leihen konnte, konnten wir mit dem Auto los.«

Text: Globetrotter
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