Wolle: Funktional und nachhaltig

Funktionale Outdoor-Textilien bestehen immer häufiger und teilweise sogar komplett aus Naturfasern. Das hat nicht nur ökologische, sondern auch technische Vorteile. Der Einsatz von klassischer Schafswolle bei Fjällräven ist ein gutes Beispiel.

Schafswolle ist ein Naturprodukt, das tagein und tagaus gegen Nässe und Kälte schützt.

Schon immer bevorzugen die Produktentwickler beim schwedischen Outdoorspezialisten Fjällräven Naturfasern bei neuen Kreationen. Sie versuchen erdölbasierte Synthetik-Stoffe nur dann einzusetzen, wenn es keinen funktionalen, naturnahen Ersatz gibt. Oft fällt dann die Wahl auf klassische Schafswolle. Denn Wolle ist nicht nur eines der ältesten, natürlichen Materialien, sie ist auch eines der technischsten. Sie bietet auf der einen Seite höchste Funktionalität bei Aktivitäten wie einer Wanderung, während sie auf der anderen Seite strapazierfähig und dennoch weich ist. Außerdem wärmt Wolle, wenn es kalt ist, und kühlt angenehm, wenn es warm ist. Sie ist zudem geruchsneutral und transportiert effektiv Schweiß vom Körper weg. Dies machen sich Menschen bereits seit mehr als 10 000 Jahren – seit der Steinzeit – zunutze. Dank moderner Verarbeitungsverfahren stellt sie heute so manche »High-Tech-Faser« in den Schatten. 

Wolle – ein tierisches Material

Für Wolle braucht es Nutztierhaltung. Um auch hier den nachhaltigsten Weg zu wählen, setzt Fjällräven auf drei Wege der Wollgewinnung: recycelt, wiedergewonnen und rückverfolgbar.

  • Recycelte Wolle (Bei Fjällräven wird sie Re-Wool genannt.) stammt aus Prä- und Post-Verbraucher-Quellen weltweit und wird in Italien für Fjällräven hergestellt. Sie wird aus alten Kleidungsstücken oder Restwolle aus der Wollindustrie gewonnen, die nach Farben sortiert, zerkleinert und zu neuen Kleidungsstücken gesponnen wird. Sie ist recht strapazierfähig und sorgt für schöne Farbnuancen in Fjällrävens Pullovern, Hemden und auch einem Kanken-Model aus Re-Wool.
  • Wiedergewonnene Wolle ist Wolle, die zuvor nicht zur Herstellung eines Kleidungsstückes verwendet wurde. Sie fällt oft als »Abfall«-Produkt in anderen Branchen an. In Schweden, vielen Teilen Europas und der Welt werden Schafe hauptsächlich als Fleischlieferanten gehalten. Ihre Wolle wird als Abfall betrachtet. Diese Schafe produzieren jedoch eine fantastische Wolle. Sie ist gröber als Lamm- und Merinowolle, wodurch sie eine größere Bauschkraft hat. Außerdem ist sie viel stärker als feine Wolle. Ihre starken Fasern eignen sich perfekt für gewebte Produkte wie Taschen, Jacken oder Strick-Pullover. Fjällräven kann aus wiedergewonnener Wolle auch Füllungen fertigen, die als Isolierung zwischen zwei Schichten eines anderen Materials eingesetzt werden können.
  • Der Großteil, der von Fjällräven verwendeten Wolle ist rückverfolgbar und bald soll auf jegliche nicht rückverfolgbare Wolle verzichten werden, so das Ziel von Fjällräven. Die Wolle stammt von ZQ Wool aus Neuseeland und setzt Maßstäbe hinsichtlich Ethik, Umwelt und Qualität. ZQ stellt sicher, dass die Wolle, die von sorgfältig ausgewählten Farmen in Australien und Neuseeland stammt, bis zu einigen anerkannten Farmen rückverfolgt werden kann, auf denen die Schafe grasen. Die so gewonnen Merinowolle wird für Produkte verwendet, die nah an der Haut getragen werden, da ihre Fasern sehr dünn sind und weniger kratzig. Lammwolle hat eine gröbere Faser, die länger hält. Sie wird oft als Mittelschicht verwendet.
Fredrik Lewander Schafswolle ist ein natürliches Produkt. Bei Fjällräven gibt es inzwischen eine ganze Kollektion aus dem natürlichen Rohstoff.
Dabei setzt man auch auf europäische »wiedergewonnene« Wolle wie hier auf Gotland.

Wolle kann mehr als Pullover

In den letzten vier Jahren hat Fjällräven viel Zeit damit verbracht, zu erforschen, welche Art von Produkten – neben traditionellen Pullovern und Baselayern – noch aus Wolle hergestellt werden können. Für das Entwicklerteam ist es äußerst wichtig, dass sich Wolle nicht nur auf Merinowolle beschränkt. Merinowolle eignet sich hervorragend für Produkte, die direkt auf der Haut getragen werden, aber es gibt so viele andere Produkte, bei denen mit verschiedenen Wollarten gearbeitet werden kann. Zum Beispiel das Rückenteil des Lappland Hike 15 Rucksacks, die Wollfüllung im Singi Parka – aus wiedergewonnener Wolle – oder das Övik Re-Wool Shirt aus dicht gewebter recycelter Wolle. Bei Fjällräven weiß man, dass die Kleidung, die wir täglich tragen, einen enormen Einfluss auf unseren Planeten und seine Bewohner hat. Und aus diesem Grund ist Fjällräven so an der Zukunft von Wolle und Wollprodukten interessiert.

10 Fakten über Wolle

  1. Menschen tragen Wolle seit dem Steinzeitalter – wenn das mal nichts über die Qualität der Fasern aussagt.
  2. Wolle kann Wasser gleichzeitig aufnehmen und abweisen.
  3. Weil Wolle in der Lage ist, Schweiß effektiv aufzunehmen, bevor sich Bakterien entwickeln können, ist sie im Grunde geruchsneutral.
  4. Wolle hat einen natürlichen UV-Filter – sie schützt also vor Sonne.
  5. Im Gegensatz zu Nylon oder Polyester, verläuft oder schmilzt Wolle nicht, wenn sie Feuer fängt oder großer Hitze ausgesetzt ist.
  6. Wolle ist eine hundertprozentige erneuerbare Faserquelle.
  7. Die Wollfaser ist biologisch abbaubar. Sie setzt sich aus einem natürlichen Protein zusammen, ähnlich wie das in menschlichem Haar.
  8. Wolle kann sich um bis zu 70% ihrer natürlichen Länge dehnen und anschließend wieder in ihre ursprüngliche Form zurückkehren. Deshalb behält sie ihre Strapazierfähigkeit und ihr Erscheinungsbild sehr viel länger als andere Materialien.
  9. Aufgrund ihrer Dehnbarkeit sorgt Wolle bei Kleidungsstücken dafür, dass sie auf natürliche Weise faltenfrei bleiben. Die Wollfaser besteht aus federförmigen Molekülen, durch die die Fasern wieder in ihre ursprüngliche Form zurückkehren, nachdem sie gedehnt wurden.
  10. Wollprodukte sind so langlebig, weil eine Wollfaser 20 000 Mal geknickt werden kann, bevor sie bricht. Baumwolle bricht bereits nach 3000 Mal Knicken.   
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