Fjällräven und die Nachhaltigkeit

Wie Fjällräven im Globetrotter Sortiment mit nachhaltigen Produkten und der »Grüneren Wahl« punktet.

Fjällräven
Seit 2018 kennzeichnet Globetrotter nachhaltigere Produkte im Sortiment mit dem Label »Eine Grünere Wahl«.

Silke, welche Marke konnte 2019 bei eurem Nachhaltigkeitssiegel »Eine grünere Wahl« besonders punkten? 
Im Verhältnis zur gelisteten Menge ist der Antei­­l nachhaltiger Produkte bei Fjällräven besonder­­s hoch. Allerdings erzielen auch andere Marken mit weniger gelisteten Produkten eine hohe Quote bei unserer »Grüneren Wahl«.

Noch mal für alle, die »Eine grünere Wahl« nicht kennen. Was ist das?
Mit diesem eigens entwickelten Bewertungssystem wollen wir die nachhaltigsten Pro­dukte in unserem Sortiment auszeichnen. Die Bewertun­­g ergibt sich aus einer Kombination von Ausschlusskriterien und Positivkriterien. Hat ein Produkt die Hürde der Ausschluss­krite­rien genommen und erfüllt vier der Positi­­v­kriterien, ist es »Eine grünere Wahl«, kurz EGW genannt. 

Mit welchen Maßnahmen schafft es Fjällräven, nachhaltig zu produzieren?
In erster Linie durch den konsequenten Verzich­­t auf PFC-haltige Imprägnierungen und Membranen sowie den Einsatz von nachhaltigen Materialien wie recyceltem Polyester, orga­nischer Baumwolle, nachverfolgbarer Daune und Woll­e. Diese Materialien haben einen direkte­­n Einfluss auf den ökologischen Fußabdruck des Produkt­s. Zudem verlängert die leichte Reparierbarkeit die Lebensdauer. Kombiniert mit einer Auswahl von Fabriken mit hohen Produktionsstandards erzielt die Marke ein sehr gutes Nachhaltigkeitsranking.

Was bedeutet PFC und wo ist das Problem?
Dahinter verbergen sich Bezeichnungen wie per- und polyfluorierte Chemikalien oder – präziser – Perfluor­alkyl- und Polyfluor­alkyl-Verbindungen, kurz PFAS, mit einer Vielzahl von Substanzen. Sie sind wasser-, fett- und schmutzabweisend sowie chemisch und thermisch stabil, sodass die Outdoorbranche diese Chemikalien lange als Imprägnierung von Textilien, Schuhen und Ruck­säcken geschätz­t hat. Auch bestimmte wasserabweisende und dampfdurchlässige Membranen werden auf Basis und mithilfe von fluo­­r­ier­­ten Ver­bindungen her­gestellt – wie etwa PTFE-Membranen.

»Aktuell tragen 311 Fjäll­räven-Produkte im Sortiment unser Nachhaltigkeitssiegel.«

Durch ihre Stabilität, aber auch ihre Mobilität sind diese PFC selbst in den entlegensten Gebiete­­n nachweisbar. PFC haben das Potenzial sich in Organen anzureichern – mit lebertoxischen, krebserregenden und fortpflanzungsgefährdenden Eigenschaften.

Um diesen Problemen der Anreicherung in Mensch und Tier entgegenzuwirken, haben sich viel­e Outdoormarken, so auch Fjällräven, einen PFC-Verzicht auferlegt. Die Heraus­forderung liegt aktuell darin, die für den High-End-Einsat­z­­ adäquaten Eigenschaften mit neue­­n Produkten zu erzielen.

Stichwort Wolle. Hier unterscheidet Fjällräven drei Varianten …
»Traceable Wool« lässt sich bis zur Farm, die auditiert und zertifiziert ist, zurückverfolgen. Das Tierwohl spielt hier eine große Rolle, Non-Mulesing Wolle ist Voraussetzung. Dabei wird auf das Entfernen der Haut rund um den Schwanz bei den Schafen verzichtet.Bei der »Recovered Wool« wird Wolle verwendet, die sonst vernichtet worden wäre – wie zum Beispiel Wolle, die nicht die Feinheit etwa von Merinowolle besitzt, aber nun eine neue Verwendung als Jacken-Isolation findet. »Re-Wool« bezeichnet recycelte Wolle, die gewaschen, geschreddert, zu neuen Garnen versponnen wird und anschließend zu neuen Stoffen verarbeitet werden kann.

G1000 Eco ist das am häufigsten verwendete Material bei Fjällräven. Ist Eco auch öko? 
Und ob. Der Einsatz recycelter PET-Flaschen reduziert den Abfall und die ver­wendete ­organische Baumwolle verbessert die Boden­qualität durch weniger Pestizide und Düngemittel, was der Arten­vielfalt zugutekommt.

Was sind eure nächsten Schritte für noch mehr Nachhaltigkeit im Sortiment?
Wir geben Anleitung und Hilfestellung beim Thema »Care & Repair«. So verlängert ihr die Lebensdauer eurer Ausrüstung – das spart Geld und verbessert die Ökobilanz. Doch dami­­t nicht genug: Demnächst starten wir testhalber mit einer kleinen Secondhandfläche in de­r Frankfurter Filiale und im Herbst habe­­n wir noch Größeres vor in Sachen gebrauchter Ware.

Silke Sogalla – Seit 1986 bei Globetrotter und heute als CSR-Managerin tätig.

Impressum | Mediadaten