Fjällräven Classic im Allgäu

Der Fjällräven Classic sollte im Mai 2020 erstmals auch in Deutschland stattfinden. Covid-19 führt zur Absage des Events. Was die Teilnehmer im Allgäu auch 2021 erwarten wird, erklärt Projektleiter Alfred Becker.

Der Fjällräven Classic (FRC) in Lappland ist der bekannteste Wanderevent der Welt. Im Mai 2020 sollte der FRC erstmals in Deutschland starten. Covid-19 verhinderte das Event. Alfred Becker von der Stadtverwaltung Immenstadt sagt, was euch im Allgäu erwartet.


Hallo Alfred Becker, erstmals gibt es eine deutsche Version des Fjällräven Classic (FRC). In Schweden wandern jedes Jahr 2000 Teilnehmer 110 Kilometer durchs Fjäll. Sind Sie dort schon mitgewandert? 
In Schweden leider noch nicht, aber beim FRC-Ableger in Dänemark. Es war beeindruckend, wie Menschen aus aller Herren Länder in kurzer Zeit zu einer homogenen Gemeinschaft wurden. Man lernt beim Wandern dauernd neue Leute kennen, erlebt gemeinsam die Natur, sitzt abends zusammen am Feuer. Ein ganz besonderes Flair. Das möchten wir bei der deutschen Version natürlich auch bieten. 

Welche Dimensionen hat der deutsche FRC?
Es geht über drei Tage, 57 Kilometer und gut 2000 Höhenmeter durchs Allgäu. Nicht ganz so einsam wie im Fjäll, aber mit sehr viel purer Natur. Bei der Erstauflage haben wir 200 Plätze, die bereits alle vergeben sind. 

In Schweden wandern 2000 Leute und die Tickets sind weltweit begehrt. Warum nur 200 Plätze in Deutschland? 
Gerne hätten wir mehr Teilnehmer mitgenommen, aber bei der Erstauflage wollen wir auf der sicheren Seite sein und lernen. Künftig möchten wir den FRC zu DEM jährlichen Highlight der Allgäuer Wandersaison ausbauen – dann auch mit mehr Teilnehmern. 

Wird wie beim schwedischen Original im Zelt geschlafen?
Richtig – die Teilnehmer tragen Zelt, Schlafsack, Kocher und Proviant im Rucksack. Anders als in Lappland haben wir allerdings kein Jedermannsrecht, sondern im Gebiet des Naturparks Nagelfluhkette klare Regeln. Daher gibt es feste Camps, wo sich alle Teilnehmer abends treffen und zelten. 

Wie ist es gelungen, den FRC ins Allgäu zu holen? 
Die FRC-Macher von Fjällräven haben sich wohl verschiedene Wandergebiete in Deutschland angeschaut und auch bei uns einige Probetouren unternommen. Über den Zuschlag fürs Allgäu freuen wir uns sehr.

Ist das Allgäu also das deutsche Gegenstück zum Fjäll? 
Ein direkter Vergleich ist schwierig, aber was Besiedelungsdichte, Naturbelassenheit und Schönheit der Landschaft angeht, ist das Allgäu sicher keine schlechte Wahl. Besonders schön bei uns sind die Einsichten und Aussichten: Man schaut in die Alpen hinein und aus den Alpen heraus; die Wanderwege ziehen sich von 700 bis 2500 Meter durch Wiesen, Bergwälder, Almen und echte Wildnis.

Das bedeutet aber ordentlich Höhenmeter beim FRC, oder? 
Über 2000 Höhenmeter in drei Tagen – und das mit komplettem Trekking-Rucksack – sind kein Pappenstil. Beim deutschen FRC ist Tag 1 gleich die Königsetappe. Trotzdem sind wir sicher, dass auch Normalwanderer ohne Trekkingerfahrung die Strecke meistern können. Die Faszination von Mehrtagestouren mit Zelt zu vermitteln, ist ja eines der erklärten Ziele des FRC. 

Wie werden die Neulinge denn unterstützt? 
Wir haben an der Strecke Weg- und Infoschilder, Checkpoints und ein großes Team an Volonteers, die bei Problemen wie Dehydration, Ausrüstungspannen oder Blasen helfen. 

Wandern Sie auch mit beim ersten deutschen FRC? 
Kurz vor dem Event laufe ich mit den Volonteers die komplette Strecke ab, um die Wege noch einmal zu checken. Bei FRC selbst werde ich versuchen, überall gleichzeitig zu sein (lacht)


Text: Stephan Glocker
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