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Episode 19: Gemeinwohlökonomie mit Christian Felber & Antje von Dewitz

Willkommen bei “Neue Horizonte” von Globetrotter, dem Podcast über Nachhaltigkeit in der Outdoor-Branche – heute zum Thema Gemeinwohlökonomie.

In dieser Episode freuen wir uns, den Wirtschaftsreformer Christian Felber und die Geschäftsführerin von VAUDE, Antje von Dewitz, als unsere Gäste zu begrüßen.

Christian Felber ist der Begründer der Gemeinwohl-Ökonomie, die kein geringeres Ziel hat als eine grundlegende Neuausrichtung der Wirtschaft – weg von reinem Profitstreben, hin zu einem ganzheitlichen Ansatz, der das Wohlergehen von Menschen und Umwelt in den Mittelpunkt stellt.

Und Antje kennen wir schon aus anderen Episoden, sie war schon öfter ‚Gästin‘ bei uns. Antje von Dewitz ist bekannt dafür, sich leidenschaftlich für Nachhaltigkeit und Umweltschutz einzusetzen und ihre Überzeugungen aktiv in die Geschäftspraktiken von VAUDE zu integrieren.

Wir stoßen in unseren Recherchen und in den Diskussionen mit unseren Gäst:innen immer wieder auf die Erkenntnis, dass eine grundlegende Transformation des gesamten Finanz- und Wirtschaftssystems unerlässlich ist, um echten Fortschritt zu erzielen.

Die Frage, in welchem System wir leben und arbeiten möchten, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Was muss sich nachhaltig und langfristig ändern?

Gerade in unserer Branche ist nachhaltiges Wirtschaften oft eine Priorität, und die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) bietet uns eine bewährte Blaupause dafür, wie dies umgesetzt werden kann. Mit VAUDE haben wir ein Unternehmen, das diese Grundsätze bereits erfolgreich in die Praxis integriert hat.

In diesem passionierten Gespräch zwischen zwei Ikonen des nachhaltigen Wirtschaftens können wir erleben, wie eine lebenswerte Zukunft aussehen kann.

Über die Gemeinwohlökonomie – ein Wirtschaftsmodell mit Zukunft

„Wir brauchen eine neue Definition von Wohlstand, wenn wir den selbstzerstörerischen Weg, auf dem wir uns befinden, verlassen wollen. Das Gemeinwohlprodukt ist ein wirkungsvolles Instrument zur Neuausrichtung unserer Wirtschaft. Es wird messen, wie erfolgreich wir beim Schutz und der Förderung des Lebens sind. Das BIP hingegen misst, wie gut wir darin sind, Ökosysteme und soziale Strukturen in käufliche Waren zu verwandeln.“ Vivian Dittmar, Autorin und Gründerin der Be the Change Foundation.

Die Idee der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) versteht sich als ethische Marktwirtschaft, die nicht auf Gewinnstreben und Konkurrenz beruht, sondern auf Kooperation und dem Streben nach dem Wohl der Gemeinschaft. Erfolg wird nicht primär an finanziellen Kennzahlen gemessen, sondern mit dem Gemeinwohl-Produkt (Volkswirtschaft), der Gemeinwohl-Bilanz (Betriebswirtschaft) und einer Gemeinwohl-Prüfung (Finanzwirtschaft) für Investitionen. Die Ungleichheit soll auf ein vernünftiges Maß begrenzt und es soll nur innerhalb der ökologischen Grenzen des Planeten gewirtschaftet werden.

Ziel ist es, die Wirkungsweise der Märkte mit den Grundwerten der Demokratie in Einklang zu bringen. Die GWÖ startete 2010 von Österreich aus und hat sich seither in 33 Staaten ausgebreitet. An der internationalen Bewegung kann sich jede Person, Firma, Kommune, Stadt und Region aktiv beteiligen!

“Ich möchte als Unternehmerin Verantwortung übernehmen für mein eigenes wirtschaftliches Handeln und stelle fest, das ist bei uns sehr schwierig ist. Es ist so viel leichter, Verantwortung einfach sein zulassen. Damals als ich VAUDE von meinem Vater übernahm, hab ich mich mir so einer Ausrichtung geradezu verdächtig gemacht. Ich musste mich rechtfertigen, warum ich als Unternehmerin Verantwortung übernehmen will! Und in der Stimmung, in der Gemütslage kam die Gemeinwohl-Bilanz auf.”

Dr. Antje von Dewitz, CEO Vaude

“Allgemeingüter sollte man nicht dem Zufall überlassen, sondern konsequent in die Wirtschaftsordnung einbauen. Und das ist der Vorschlag der Gemeinwohlökonomie, denn blindes Vertrauen in die kapitalistische Marktwirtschaft, die aus der Wirtschaftswissenschaft herkommt, leistet das nicht.

Christian Felber, Begründer der Gemeinwohlökonomie
Christian Felber ist Initiator der Gemeinwohlökonomie. Foto: Luis Roca.

Über Christian Felber

Christian Felber, ist Buchautor, Hochschullehrer und freier Tänzer in Wien. Er ist Initiator der Genossenschaft für Gemeinwohl und der Gemeinwohl-Ökonomie. Mehrere Bestseller, zuletzt „This is not economy“, „Ethischer Welthandel“ und „Die Gemeinwohl-Ökonomie“. „Geld. Die neuen Spielregeln“ wurde als Wirtschaftsbuch des Jahres 2014 ausgezeichnet, die „Gemeinwohl-Ökonomie“ schaffte es 2021 auf die SPIEGEL-Bestsellerliste.

Über Antje von Dewitz:

Dr. oec. Antje von Dewitz ist die Geschäftsführerin von VAUDE, einer nachhaltigen Outdoormarke in Tettnang. Nach ihrem Studium in Passau war sie zunächst als Produktmanagerin und später in der Kommunikation bei VAUDE tätig. Sie promovierte von 2002 bis 2005 und übernahm dann die Marketingleitung bei VAUDE. Im Jahr 2009 wurde sie Geschäftsführerin des Unternehmens.

Antje von Dewitz hat VAUDE konsequent zu einem nachhaltigen Unternehmen transformiert und setzt sich sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene für ökologische und soziale Verantwortung ein. Sie plädiert dafür, dass Unternehmen neben finanziellen auch gesellschaftlichen Erfolg messen sollten und engagiert sich aktiv für die Gemeinwohlökonomie. Sie ist Vorstandsmitglied des Bundesverbands Nachhaltige Wirtschaft (BNW), stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und Vizepräsidentin der European Outdoor Group (EOG).

Antje von Dewitz hat zahlreiche Auszeichnungen für ihr Engagement erhalten, darunter den Vanity Fair Changing Your Mind Award (2020) und den TRIGOS Ehrenpreis für nachhaltiges Wirtschaften (2019).

Weitere Informationen zu Christian Felber

TEDx Talk zum Thema Gemeinwohlökonomie

Themenschwerpunkt zum Thema Gemeinwohlprodukt

Economy for The Common Good International Conference (ECGIC 2024)

Nachhaltigkeit bei Vaude

Gemeinwohl-Bilanz bei VAUDE


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