Die Rucksack Apotheke

Niemand wünscht sich eine Ver­letzung oder Erkrankung während der Reise. Wenn es aber dazu kommt, ist eine gute Vorbereitung entscheidend. 

Insbesondere bei Reisen in abgelegene Gebiete wird dann eine gut ausgestattete Reiseapotheke sehr wichtig. Um Verletzungen zu behandeln, gehören in das klassische Erste-Hilfe-Paket: Dieses Set kann man um eine Alu-Polsterschiene ergänzen, mit der Gliedmaßen geschient und fixiert werden können. Für die schnelle Wund­­versorgung sollte ein Desinfektionsmittel mitgeführt und beim Wandern an spezielle Blasenpflaster gedacht werden. Ein mildes Schmerzmittel wie Paracetamol gehört ebenso in die Rucksack­Apotheke wie auch ein Fieberthermometer.

Medikamente im Gepäck

Geht es weiter weg oder ist man länger unter­wegs, sollte man auch ein paar spezifischere Medikamente im Gepäck haben. Hierbei sollte man sich vorab mit dem Inhalt beschäftigen. Um bisher unbekannte Medikamente richtig einschätzen zu können, ist zumindest das genaue Durchlesen des Beipackzettels unerlässlich, besser ist eine ärztliche Beratung. Die Präparate sollten dem Reiseziel angepasst werden. So sind zum Beispiel Zäpfchen in heißem Klima nicht sinnvoll, da sie weich werden. Für Kinder müssen Präparate und Dosierung, wie sonst auch üblich, abgestimmt werden.

Modulare Reiseapotheke

Wiebke Mörig

Beim Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin haben wir eine modulare Reiseapotheke entwickelt, die den Anforderungen der meisten Aktivitäten bei Fernreisen gerecht werden soll. Die Rezepte für die entsprechenden Module (Basis, Expedition, Malaria,  Langstreckenflug, Tauchen, Höhe) können in unseren Reisepraxen in den Globetrotte­­r Filialen ausgestellt werden. Die Zusammenstellung ist selbstverständlich nur als Vorschlag gedacht.

Die häufigsten Gesundheitsstörungen auf der Reise sind Sonnenbrand, Mückenstiche und Durchfall. Entsprechend sollten dafür hilfreiche Präparate mitgenommen werden: Gegen Sonnenbrand hilft ein kühlendes Gel, eine kortisonhaltige Creme gegen Mückenstiche. Bei Durchfall und Übelkeit helfen Elektrolytpräparate und Medikamente wie Tanninalbuminat, Racecadotril, Butylscopolamin und Metoclopramid. Bei Reisen in Malariagebiete sollte auch ein Mittel zur Notfalltherapie oder zur Prophy­laxe mitgeführt werden.

Wiebke Mörig

Die Mitnahme eines Breitbandantibiotikums zur Behandlung
einer schweren Infektion ist bei Fernreisen in vielen Fällen sinnvoll, da vor Ort häufig Resistenzen bestehen und verfügbare Medikamente nicht selten gefälscht sind. Die Mitnahme steriler Einmalspritzen und Nadeln kann günstig sein, da in entlegenen Krankenhäusern oft Mangel herrscht oder die Sterilisation ungenügend ist. Als Faustregel sollten zwei Nadeln (Nadeln zur intramuskulären Injektion sind am vielseitigsten verwendbar) pro Spritze mitgenommen werden, da eine Nadel zum Aufziehen des ­Medikaments benötigt wird. Es sollte aber beachtet werden, dass die Zollbehörden vor allem im südostasiatischen Raum mittlerweile über ausgedehnte Erfahrungen mit mitteleuropäischen Drogenabhängigen verfügen. Bei der Durchsuchung des Gepäcks eventuell auftretende Verdächtigungen können unangenehm werden.

Text: Prof. Dr. Tomas Jelinek
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