Die längste Golfrunde der Welt

Die European Outdoor Film Tour zeigt jedes Jahr auch einen Film mit einem besonders verrückten Abenteuer. Dieses Mal ist das der Film »The Longest Hole«. Ein Interview über das Golfen in der Mongolei.
The Longest Hole Media Co.

Adam, du bist in diesem Jahr für die witzigen Momente auf der EOFT-Tour zuständig. Stell dich mal kurz vor.

Ich bin Adam Rolston, der Golfer aus dem Film »The Longest Hole«. Ich bin aus Nordirland und lebe gerade in Hong Kong. Davor habe ich drei Jahre lang professionell Rugby gespielt.

Worum geht es in deinem Film?

Wir sind losgezogen, um das längste Loch der Golfgeschichte zu spielen. Wir haben die Mongolei gewählt. Der Abschlag war auf der einen Seite des Landes und das Loch mit der Fahne auf der anderen Seite des Landes. Dazwischen lagen 2011 Kilometer, es hat 80 Tage gedauert und ich habe 20.093 Schläge gebraucht.

Ohne ein gemähten Platz verliert man den Ball sicher schneller. Wieviele waren es bei dir?

Ich habe 135 Bälle auf den 2011 Kilometern verloren, das entspricht etwa alle 60 Kilometer ein Ball.

Was macht man dann, wenn der Ball weg ist?

Wir haben nach den Regeln und im Geist der Sportart gespielt. Das heißt, immer wenn ich eine Ball verloren hatte, bekam ich einen Strafschlag dazugezählt. Dann habe ich einen neuen Ball aus dem Rucksack geholt und von dort, wo mir der Ball abhanden gekommen ist, weitergespielt.

Was war der beste Moment der Reise?

Das Tollste war die Natur zu erleben, wenn man zu einem wunderschönen Wildfluss kommt oder du ein ganzes Tal wirklich für dich allein hast, mit niemandem sonst herum. Das ist etwas ganz Besonderes.

Was war besonders schwer auf der Trip?

Das war sicher der Anfang der Reise. Wir haben am Anfang viel im Regen und Schneeregen spielen müssen. Wir wussten einfach nicht, ob wir das durchhalten würden. Es war nicht einfach in Gang zu kommen. Als wir das hinter uns hatten, haben wir gemerkt, dass wir es wirklich schaffen können.

Ihr hatte einen vierbeinigen Begleiter. Wie kam es dazu?

An Tag zwei unseres Trip lief uns ein wilder Hund zu. Er kam einfach die Hügel hinunter und folgte uns zunächst über zwei oder drei Tage. Dann habe ich ihn ins Team aufgenommen. Wir nannten ihn UB, für Ulan Bator (Hauptstadt der Mongolei, Anm. d. Red.), und er blieb die ganzen 80 Tage bei uns. 

Golf hat viele Regeln und eine strenge Etiquette. Zum Beispiel wie man sich zu kleiden hat. Was hast du unterwegs getragen?

Bei euch in Deutschland hat Golf ein Stigma, dass man korrekt gekleidet sein muss, auf einem schön gepflegtem Platz spielt und viel Geld zahlen muss. Bei uns in Nordirland ist das nicht so. Während der 80 Tage habe ich T-Shirt, Shorts und Laufschuhe getragen, denn es war ja eigentlich eine große Wanderung – mit etwas Golf. Wir haben uns aber an die sportlichen Regeln des Spiels gehalten. Die Integrität der Sportart soll bitte bleiben, alles drumherum darf sich gerne ändern.

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