»Der Apfel war Luxus im Hinterland Norwegens«

Retail-Manager Ulrich Gumz erzählt zum 40-jährigen Jubiläum von Globetrotter die Geschichte hinter diesem Bild.
Archiv Ulrich Gumz

Das Bild ist von 1984. Entstanden ist es auf einer Fahrradtour mit meiner Frau durch Norwegen. Ich war seinerzeit noch nicht bei Globetrotter, sondern habe im Fahrradladen Vaumax in Fuhlsbüttel Laufräder gebaut. Es war die Zeit, als immer mehr Hersteller aus ihren Rennrädern langstreckentaugliche Reiserädern entwickelt haben. Meines war vom Rahmenbauer Bob Jackson aus Leeds. Maßgefertigt und persönlich bei ihm in Auftrag gegeben.

Ein guter Kunde bei Vaumax war seinerzeit Michael von Einem, damals wie heute Fachberater bei Globetrotter. Er berichtete mir von seiner letzten Radreise durch Norwegen auf einer traumhaften Route. Das musste er mir nicht zweimal sagen und ein halbes Jahr später waren wir unterwegs. Vom Süden über die Hardangervidda und Jotunheimen bis Trondheim. Das Wetter war natürlich nicht immer so wie auf dem Foto. Es gab auch mehrere Tage mit Dauerregen, Temperaturen um die null Grad und Schnee am Wegesrand. Und der Apfel war natürlich ein absoluter Luxus im Hinterland Norwegens. Erstanden in einem kleinen Landhandel, wo er neben einem Bund vertrockneter Möhren in einer Kühltruhe sein Dasein fristete.

Anfänge bei Globetrotter

Auf die Lohnliste bei Globetrotter kam ich erst 1997, doch zwischen Vaumax und Globetrotter gab es immer einen engen Kontakt. Auch Ditmar Bosecke, der damalige Marketingleiter von Globetrotter, war ein gern gesehener Besucher bei uns und wir haben viele Touren gemeinsam gemacht. Und beim Bund war ein Typ in der gleichen Kompanie, der immer sein sehr exklusives Koga Miyata Fahrrad in der Waschhalle auf Vordermann gebracht hat: Thomas Lipke, der spätere Globetrotter Geschäftsführer.

Globetrotter selbst kenne ich aber schon seit dem zweiten Tag nach der Gründung 1979 in der Wandsbeker Chaussee. Mein späterer Schwager, mit dem ich zusammen die Berufsschule besuchte, hatte mir von der Eröffnung erzählt und drängte auf einen Besuch. Also sind wir in der großen Pause mit dem Motorrad in die »Wandse« gefahren, wo die Gründer Klaus und Peter hinter der Theke standen und mit uns fachsimpelten. Als wir uns verabschiedeten, hatten wir schon ein Jobangebot, da wir uns offensichtlich mit Haglöfs, Fjällräven und Co. auch ganz gut auskannten. Zugunsten unserer Ausbildung sagten wir jedoch beide nein.

1997 habe ich dann als Fachberater in der Hamburger »Wiese« begonnen, wo ich ein paar Jahre später Filialleiter wurde. Aktuell bin ich nicht mehr »auf der Fläche«, sondern hintern den Kulissen als Retail-Manager für alle unsere Filialen verantwortlich.

Text: Ulrich Gumz
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