Den Sternen ganz nah – Mikroabenteuer mit Christo Foerster

Anfang Mai stand ein ganz besonderer Mitarbeiter-Outdoor-Aktiv-Montag auf dem Programm. Gemeinsam mit Profi-Abenteurer Christo Foerster und einem Teil unserer Azubis haben wir uns von Lübeck auf den Weg zur Ostsee gemacht.

Bei Globetrotter finden in regelmäßigen Abständen MAOAMs statt. Damit sind selbstverständlich mehr, als bunte Kaubonbons gemeint! Anfang Mai stand ein ganz besonderer Mitarbeiter-Outdoor-Aktiv-Montag auf dem Programm: Ein Mikroabenteuer zur Ostsee! Gemeinsam mit Profi-Abenteurer Christo Foerster und einem Teil unserer Azubis haben wir uns von Lübeck auf den Weg zur Ostsee gemacht. Natürlich zu Fuß, self-supported und mit einer Nacht unter freiem Himmel. Sonst wäre es ja kein richtiges Abenteuer!

Azubis in Lübeck

Christo Foerster – der Mikroabenteurer

In Sachen Mikroabenteuern gilt Christo Foerster zurecht als Experte. Der Buchautor, Motivationscoach und Podcast-Host verlässt seine Komfortzone regelmäßig, um Abenteuer vor seiner Haustür zu erleben. Das können beispielsweise Wanderungen oder Touren mit dem SUP oder Fahrrad sein. Bei Mikroabenteuern geht es nicht darum, weit zu reisen oder perfekt vorbereitet zu sein: »Du musst nicht weit weg, um Sachen zu machen, die noch nie jemand gemacht hat!« (Christo Foerster)

Von nächtlichen Radtouren, Ausfahrten mit dem Tretboot oder einer SUP-Tour nach Helgoland hat Christo schon einiges erlebt. Erst letzten Sommer ging es für ihn von der Zugspitze bis nach Sylt – paddelnd auf dem SUP und zu Fuß. Ein Mikroabenteuer dauert laut Christo übrigens nicht länger als 72 Stunden. Beste Voraussetzungen für unser MAOAM! 

Christo Foerster am Strand

Auf ins Unbekannte!

Pünktlich um 10 Uhr startet unser Mikroabenteuer vor der Globetrotter Filiale in Barmbek. 

Eine zweistündige Zugfahrt später stehen wir schon vor dem Holstentor in Lübeck. Sieht schön aus, aber wir wollen raus aus der Stadt und rein in die Natur! Der steinige Weg durch Lübeck zieht sich länger als erwartet. Auch das ist Teil des Abenteuers: Nicht jeder Weg gestaltet sich so, wie wir ihn vorab geplant haben. Aber wir lassen uns nicht aufhalten. Auf dem Weg ziehen wir die Blicke der Passanten auf uns. Ein älterer Herr identifiziert uns als »Wandervögel«. Wenn der wüsste, wie recht er hat!

Einige Stunden und viele Kilometer später machen wir eine ausgiebige Pause am Hemmelsdorfer See. In Ufernähe warten eine Snack-Bude und ein großer Aussichtsturm auf uns. Vom Turm genießen wir die wunderschöne Aussicht über den See. Kaum vorstellbar, aber die Entstehung des Sees geht auf die vor ca. 11.600 Jahren endende Eiszeit zurück. Die Eismassen ließen ein tiefes Tal zurück, das von der Ostsee geflutet und dadurch zur Hemmelsförde wurde. Schon faszinierend, was es vor der Haustür alles zu entdecken gibt! 

Schlafen unterm Sternenhimmel

Nach der Pause am See steht eine große Entscheidung über den weiteren Tagesverlauf an. Die 20-Kilometer-Marke haben wir schon fast geknackt. Die Ostsee wollten wir eigentlich erst am nächsten Morgen zum Sonnenaufgang erreichen. Aber was gibt es Schöneres, als direkt am Strand zu übernachten? Gesagt, getan! Angetrieben von der Vorstellung, beim Klang der Wellen einzuschlafen, marschieren wir weiter in Richtung Meer. Während die Sonne untergeht, erreichen wir unseren Schlafplatz. Direkt am Strand haben bisher die wenigsten von uns übernachtet. Unter freiem Himmel genauso wenig. Wir schmeißen unsere Kocher an und bauen unser Nachtlager auf. Mit Blick aufs Wasser genießen wir unsere Trekkingmahlzeiten. Da die Temperaturen langsam fallen, gibt es für jede*n noch eine heiße Tasse Tee. Manchmal sind es die kleinen Dinge im Leben, die viel Wirkung erzielen. Von unseren Isomatten aus blicken wir direkt in den Sternenhimmel. Jede*r von uns hat mindestens eine Sternschnuppe gesehen. Beim sanften Rauschen der Wellen und dumpfen Bassklängen aus der Ferne (unser Abenteuer fand in der Nacht zum Ersten Mai statt) schlafen wir langsam ein.

Am Morgen passen wir uns dem Rhythmus der Sonne an. Der Sonnenaufgang findet um 05:40 Uhr statt. Langsam bahnt sich das kleine rote Licht seinen Weg über die graue Horizontlinie. Während einige noch in ihren Schlafsäcken liegen, laufen bereits die ersten Gaskocher für das Frühstück.

Ruckzuck ist unser Lager wieder zusammengepackt. Als einziger unserer Gruppe hat Christo die Nacht in einer Hängematte verbracht. Kurz nachdem wir loslaufen, erklärt uns Christo, wie es sich am besten in Hängematten schläft. Er zeigt uns, wie wir die Hängematte richtig aufhängen und uns am komfortabelsten ausrichten. Tipp vom Profi: Diagonal in der Hängematte schlafen! Dadurch hängt man weniger durch. Das testen wir direkt aus! Auch auf kühle Nächte hat sich Christo vorbereitet. Durch einen Underquilt und ein Tarp wird die Hängematte zum gemütlichen Schlafplatz für alle Jahreszeiten.

Zeit fürs nächste Abenteuer!

Nach dem erfolgreichen Probeliegen geht es weiter Richtung Travemünde. Die letzten Meter führen direkt an der Wasserkante entlang. Gegen 11 Uhr sitzen wir erschöpft, aber glücklich, im Zug zurück nach Hamburg. In der kurzen Zeit haben wir fast 30 Kilometer geknackt. Das Fazit der Azubis? Die Tour war ein wahres Abenteuer! Von frei laufenden Füchsen, blutigen Fingern bis hin zu einer Nacht unter Sternen war alles dabei. 

»Ich bin überrascht, wie gut wir in unserer Konstellation schlafen konnten. Und auf jeden Fall eine Wärmflasche mitnehmen, wenn man draußen schläft.« (Emma)

Nur die Ausrüstung sollte vor der nächsten Biwaknacht vielleicht nochmal überdacht werden. Wir alle hatten etwas dabei, das wir nicht gebraucht haben. Gefehlt hat es uns dagegen an nichts. Auch das gehört zu Abenteuern. Unterwegs haben wir gemerkt, was man auf Touren wie diesen braucht: Gute Gesellschaft, praktische Ausrüstung und nicht mehr als 72 Stunden!

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