Daune ist der Klassiker unter den Isolationsmaterialien. Doch auch pflanzliche Stoffe wie Kapok oder künstliche Alternativen wie PrimaLoft bieten bei kalten Temperaturen einen tollen Wärmespeicher.

Ob im Kopfkissen oder in der Winterjacke: Daune gilt schon lange als Isolationsklassiker. Genau wie Federn bilden Daunen Millionen von kleinen Hohlräumen, die Luft einschließen und so dafür sorgen, dass Wärme nicht entweichen kann. Doch im Vergleich zu Federn sind Daunen deutlich leichter und haben dadurch ein grandioses Verhältnis von Isolationsleistung und Gewicht. Perfekt für sportliche Aktivitäten im Winter, bei denen du nicht so viel mittragen willst. Außerdem lässt sich Daune sehr gut komprimieren, so dass sie besonders wenig Platz in deinem Gepäck einnimmt. Doch die Daune ist längst nicht mehr der einzige Isolationskünstler im Outdoorsport-Bereich.

Isolation: Tierisch, pflanzlich oder künstlich?

Marken wie Vaude, Fjällräven und Tierra setzen seit Jahren auf Alternativen zu Daune – zum Wohl der Tiere aber auch für eine optimale Funktion. Neben den Isolationsstoffen tierischer Herkunft gibt es auch isolierende Materialien, die rein pflanzlich sind oder künstlich hergestellt werden. Sie unterscheiden sich in den Funktionen wie Wärmeleistung, Gewicht und Atmungsaktivität und eignen sich daher jeweils für unterschiedliche Aktivitäten. Einige Beispiele für Daunenalternativen sind:

Tierische Daunenalternative

Schafwolle: Eigentlich ist die Schurwolle der Schafe ein Abfallprodukt, denn Schafe züchtet man vor allem wegen des Fleisches. Beispielsweise der schwedische Hersteller Tierra hat die Schafwolle auf der Suche nach einer Daunenalternative sozusagen wiederentdeckt. Während wir Wolle häufig als zu kratzig empfinden, um sie direkt auf der Haut zu tragen, sorgt das Material für eine hervorragende Isolationsleistung. Das Verhältnis von Gewicht und Wärme sowie die Kompressionsfähigkeit sind ähnlich wie bei Kunstfasern. Damit die Wolle in der Kleidung in der richtigen Position bleibt, vermischen Hersteller wie Tierra die Fasern in den Produkten beispielsweise mit Polyester, das aus Mais gewonnen wird und daher ebenfalls nachhaltig ist. 

Pflanzliche Daunenalternativen

Hanf: Neben einer guten Wärmespeicherung kann Hanf gut Schweiß aufnehmen und wieder abgeben. Daher eignet sich die Pflanzenfaser aufgrund ihrer einzigartigen Zellulosestruktur ebenfalls gut zur Isolation. Doch im Vergleich zur Daune ist Hanf eher schwer. Daher nutzen beispielsweise Vaude oder Jack Wolfskin das Material weniger als Füllung von Jacken als im Obermaterial. Dort überzeugt das pflanzliche Material, das komplett ohne den Einsatz von Chemikalien angebaut werden kann, außerdem durch seine Reißfestigkeit.

Baumwolle: Ebenfalls natürlich ist Baumwolle und bei biologischem Anbau auch richtig nachhaltig. Sie wird aus dem Samenhaar der Baumwollpflanze gewonnen und ist ein echter Alleskönner. Weile ihre Wärmeleistung nicht an die von Daune herankommt, kennt man Baumwolle vor allem von T-Shirts und anderen dünneren Kleidungsstücken. Aber beispielsweise in Kombination mit Polyester bietet Baumwolle auch bei Winterjacken eine gute Alternative. Etwa Fjällräven nutzt in einigen Jacken strapazierfähiges, atmungsaktives „G 1000 Eco“. Es besteht zu 65 Prozent aus recyceltem Polyester und zu 35 Prozent aus biologisch angebauter Baumwolle.

Kapok: Die Hohlfaser wird aus den Schalen des tropischen Kapokbaums gewonnen. Kapok besteht zu 80 Prozent aus Luft und ist von Natur aus mit einer wasserabweisenden Wachsschicht überzogen. Die Baumfaser ist leicht, aber auch kurz, weswegen sie schnell brechen kann. Daher wird Kapok zur Isolation in Jacken vor allem in Kombination mit stabileren Fasern wie Baumwolle oder gemeinsam mit Polyester verwendet. Aufgrund der isolierenden sowie atmungsaktiven Eigenschaft nutzen Marken wie Frilufts Kapok auch in Funktionskleidung. 

Künstliche Daunenalternativen

PrimaLoft: Die künstliche Alternative zur Daune ist ein hochwertiges, synthetisches Isolationsmaterial aus Polyester. Die PrimaLoft-Fasern sind winzig klein und bilden ein Konstrukt mit vielen Lufttaschen, ähnlich wie Daune. So schließen sie Körperwärme ein und halten die kalte Luft draußen. Das Material ist extrem leicht und behält seine Form. Ein großer Vorteil im Vergleich zur Daune: PrimaLoft trocknet schnell und eignet sich daher auch bei leichtem Regen oder Schnee. Hersteller wie Rab und Houdini verwenden PrimaLoft als Füllmaterial für Winterjacken und setzen dabei auf die Eco Variante, die zu mindestens 50 Prozent aus recyceltem Polyester besteht. 

Thinsulate: Eine andere Variante der künstlichen Daunenalternative nutzen etwa Marmot oder Sherpa. Thinsulate ist ein Material der Marke 3M aus synthetischen Mikrofasern, die noch feiner sind als Daune. Aufgrund der hohen Dichte in der Füllung kann Thinsulate mehr Luftmoleküle einschließen und bietet eine stärkere Isolation. Bereits seit 1970 gibt es Winterkleidung mit Füllung aus Thinsulate, die stets weiterentwickelt wurde. Neben dem guten Wärmespeicher ist Thinsulate außerdem atmungsaktiv und weist Feuchtigkeit ab.

Fazit: Gut isoliert durch den Winter

Wenn’s draußen kalt ist und du dich bewegst, ist eine gute Isolation besonders wichtig. Dabei kommt es nicht darauf an, möglichst viel anzuziehen. Vielmehr gilt es, im Zwiebelprinzip die richtigen Schichten zu tragen. Die Isolationsschicht kommt dabei an zweiter Stelle nach der Funktionswäsche. Sie dient dem Kälteschutz und soll deine Körperwärme speichern. Je nach Außentemperatur und Art der Bewegung wählst du dabei das Material der Isolation. Ist der Wärmespeicher perfekt, folgt noch eine dritte Schicht als Windschutz – und schon kannst du deine Winteraktivität starten.

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