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Dänemark Kurztrip: Hygge-Wochenende auf der Insel Ærø

Ein Wochenende dänischer Sommer – ein Traum für Nordlichter und Zugezogene. Ende Juli machen wir uns mit einer Gruppe von Globetrotter Marketing Kollegen auf, um ein weiteres legendäres MAOAM (Mitarbeiter-Outdoor-Aktiv-Montag) zu erleben. Der Plan: die dänische Südsee zu Fuß und auf dem Wasserweg bei einem verlängerten Outdoor-Wochenende erkunden. Unser Kajak als treuer Begleiter, um von Insel zu Insel zu paddeln. Unsere Rucksäcke mit allem Nötigen wie Zelt, Schlafsack, Kocher und Co. gepackt. Bereit für ein Wochenende voller Abenteuer, Camping und Draußen sein.

MAOAM bei Globetrotter

MAOAM, das steht für Mitarbeiter-Outdoor-Aktiv- Montag, und es ist weit mehr als nur eine clevere Abkürzung oder ein Kaubonbon. MAOAM ist eine Initiative von Globetrotter, die es uns als Mitarbeitende ermöglicht, das Wochenende und den darauf folgenden Montag nicht nur als Arbeitstag, sondern als spannendes Outdoor Team-Abenteuer zu erleben. Denn dann heißt es: Natur erkunden, neue Fähigkeiten entwickeln und vor allem Spaß haben.

Fähre & Søby ahoi

Schon bei der Ankunft auf der Insel Ærø spüren wir diese entspannte Atmosphäre, die Dänemark immer wieder so einzigartig macht. Alles wirkt so zufrieden, echt und bodenständig. Die Sonne strahlt vom Himmel und taucht die grüne Landschaft in ein warmes Licht. Das Meer funkelt und raschelt leise vom Wind und die kleinen Häuschen am Ufer bezaubern mit ihrer schönen Architektur und Gemütlichkeit.

Fähre
Fähre
Fähre

Unser erster Campingplatz „Søby Strand Camping“ macht seinem Namen aller Ehre – einige Mutige im Team begeben sich gleich in die erfrischende Tiefe der See, die in Sichtweite unserer Zelte liegt. Die Sonne läutet langsam das Ende des Tages und somit die Magie der goldene Stunde ein. Die Landschaft gleicht mehr und mehr der Romantik eines Leinwandbildes. Episch geht es weiter, denn für das erste Abendessen haben wir Großes vor: Pasta mit dreierlei Pesto und Parmesan. Eine unschlagbare Camping-Kombination. Ragna hat es mit 4 Packungen Nudeln so gut gemeint, dass der Nudelnachschub aus der Küche an diesem Abend schier endlos ist. Dass wir dabei draußen im Nieselregen mit Regenjacke und Mütze sitzen macht uns nichts. Dazu Live-Musik von einem dänischen Duo, die mit ihrer Gitarre und Entspanntheit auf dem kleinen Campingplatz spontan gute Laune verbreiten. Wir lassen den Tag mit unserem wohl aller neuen Lieblingsspiel ausklingen, bis wir um kurz vor 11 Uhr gebeten werden, doch bitte etwas leiser zu sein. Dabei haben wir doch nur Spielaufgaben erfüllt wie „Mache mit Geräuschen nach, wie du eine Austernsuppe isst. Von sehr manierlich bis Superschlürfer.“ … Spießer.

Wanderparadies Dänemark

Die dänischen Inseln sind ein Paradies zum Wandern. Endlose Weiten, traumhafte Küstenlandschaften und Natur pur – all das ohne wirklich erwähnenswerte Höhenmeter. Am ersten Morgen stärken wir uns mit Kanelsnegl, Scheiblettenschoki und Brötchen, um die geplante 20km Wanderung von Søby bis Ærøskøbing zu bewältigen. Wir folgen den teilweise malerischen Pfaden über sanfte Hügel, entlang der beeindruckenden Küste und durch weite Felder. Jeder Schritt bringt uns näher an die so bescheidene Schönheit der dänischen Natur heran. Insgesamt eine wirklich schöne und abwechslungsreiche Strecke und auch mit mehr Gepäck auf dem Buckel gut zu meistern – klare Empfehlung!

Wanderung Aero
Wanderung Aero
Wanderung Aero
Wanderung Aero
Wanderung Aero
Wanderung Aero

Unser Ziel Ærøskøbing überrascht uns mit seinem dänischen Flair und der süßen bunten Innenstadt. Kein Haus gleicht dem anderen. Alles ist wunderbar krumm, schief und einzigartig. Überzeugend ist auch das Lakritz-Eis, das es so wohl nur in Dänemark gibt und mit dem Salzgehalt in Deutschland nur verboten sein kann. Auch immer einen Abstecher wert: der lokale SuperBrugsen. Wer liebt nicht diese Magie fremder Supermärkte? Wir stöbern fleißig in den lokalen Regalen und kehren nach einiger Zeit mit sechs tüten Chips für uns sieben Personen zum Campingplatz zurück. That escalated quickly.

Ærøskøbing

Plan A: Kajak-Inselhopping

Die nächsten beiden Tage erkunden wir die Küste Dänemarks mit Kajaks vom lokalen Verleih. Wir gleiten durch das klare ruhige Wasser und lassen uns die leichte Sommerbrise um die Nase wehen. Die Sonne glitzert ganz wunderbar, wenn sie auf die Meeresoberfläche trifft. Unsere Route führte uns entlang der dänischen Küste, vorbei an kleinen Fischerdörfern und einsamen Stränden. Hier scheint die Welt noch in Ordnung. Ziel der Paddeltour ist das ca. 10km entfernte Birkholm. Von all den dänischen Inseln die wohl Unberührteste mit gerade einmal 10 Einwohnern. Perfekt, um vom Alltag abzuschalten und sich der Ruhe der Natur ohne asphaltierte Straßen, Lärm und Hektik hinzugeben. Hier heißt es, das Draußen Sein hautnah erleben – im Holz-Shelter schlafen, am Strand kochen, Lagerfeuer machen, dem Zwitschern der Vögel lauschen, eins mit der Natur sein. Ein Gefühl von Robinson Crusoe. Klingt schön, oder? Fanden wir auch. Nur leider lief der Teamausflug nicht ganz so wie ursprünglich geplant.

Campingplatz Ærøskøbing

Abenteuer finden am Rande der Komfortzone statt und fangen an, wenn der Plan nicht aufgeht.

Plan B: Hygge, Zimtschnecken & Regenradar

Wir Deutschen lieben Pläne. Manche können ihren Urlaub nicht genug durchgeplant haben. Aber bringt es nicht gerade den Reiz mit sich, wenn mal nicht alles nach Plan läuft? Macht das am Ende nicht die guten Geschichten aus? Abenteuer finden am Rande der Komfortzone statt und fangen an, wenn der Plan nicht aufgeht. Die Zeichen für ein entspanntes Paddel-Wochenende standen schon früh nicht auf unserer Seite. Alles fing damit an, dass schon vor Beginn der Reise die Fähre von Fynshav auf die Insel Ærø wegen Reparaturarbeiten storniert wurde. Drei Alternativpläne: Wilder Umweg mit zwei Fähren über den Norden, spontan ein neues Teamevent aus dem Boden stemmen oder alles absagen. Wir entschieden uns für die erste Option. Nicht unterkriegen lassen! Auch die dunklen Regenwolken, die uns auf Schritt und Tritt auf der 20km Wanderung begleiteten, ignorierten wir gekonnt. Zuletzt auch den ersten Regenschauer, bei dem wir unter einem alten rostigen Schiff irgendwo im Nirgendwo Unterschlupf fanden. Hat auch was.

Campingplatz Ærøskøbing

Raus und machen: Plan B ist okay!

Alternativpläne sind okay und können einzigartige Erinnerungen schaffen. Auch wenn man sich das alles anders vorgestellt hat – bockig sein hilft niemandem. Am Sonntagmorgen mussten auch die letzten von uns einsehen, dass wir unsere tollen Paddel-Pläne wortwörtlich über Bord werfen mussten. Die Wettervorhersage prahlte mit 16 Knoten Windgeschwindigkeit und der Blick raus aus dem Aufenthaltsraum des Campingplatzes gab uns einen guten Vorgeschmack. Der Regen peitschte fast waagerecht gegen die Fensterscheiben. Seit Stunden. Es war zu nass, zu windig, zu kalt, zu alles. Immerhin: Ein Blick auf den Regenradar versprach uns ein Zeitfenster am Nachmittag, wo es etwas aufklären sollte. Demokratisch stimmten wir anonym für einen Alternativplan ab. Die wilde Auswahl reichte von „Nix tun und drinnen bleiben“ bis „Ab aufs Festland ins Legoland“. Vorab ging es für ein paar der Gruppe auf eine kleine, aber stürmische Wanderung an den Hafen, für ein paar andere hoch bis an die Spitze der Insel, für wiederum manche war es der perfekte Moment, im Zelt einfach mal die Ruhe ohne Kleinkind zu genießen. Outcome: Die einen nass bis auf die Unterhose, die anderen endlich mal wieder ausgeschlafen.

Wanderausflug nach Marstal

Wie vorhergesagt legte sich doch tatsächlich der stürmische Regen Richtung Nachmittag und wir lösten gemeinsam unseren Sieger der Abstimmung vom Morgen ein: eine ca. 10km lange Wanderung von Ærøskøbing nach Marstal. Die Strecke auch hier wieder wunderschön zwischen See und endlosen Feldern. Mit ein paar Sonnenstrahlen sicherlich noch zu toppen, aber immerhin halbwegs trocken angekommen. Marstal ist die größte Stadt der Insel Ærø und strahlt mit seinem großartigen Hafen – nach Kopenhagen war das Fischerstädtchen immerhin einst das wichtigste Zentrum für die Seefahrt.

Marstal
Bus Dänemark

Getrieben vom Hunger und der doch langen Strecke landeten wir zielorientiert erstmal bei der Imbissbude. Euphorisch bestellten wir jede Menge Burger, Pommes und dänisches Softeis. Endlich mal sitzen und was Warmes essen. Als der Letzte bezahlt hat und wir es uns gerade auf den Plastikstühlen gemütlich machen wollten, die Schreckensnachricht: Der letzte Bus zurück nach Ærøskøbing und zum Campingplatz fährt in weniger als 20 Minuten ab. Ist es wirklich schon so spät? Wieder einmal Krisensitzung und Alternativpläne: Den ganzen Weg wieder zu Fuß zurück, den unwahrscheinlichen Luxus eines lokalen Taxis in Anspruch nehmen oder schnell zum Bus? Beim lokalen Taxiunternehmen erreichten wir niemanden und auf unser bestelltes Essen wollten wir nun wirklich auch nicht verzichten. Alles unzufriedenstellend.

Es nützte ja alles nicht, daher ran an die Buletten. Die Mini-Küche der Imbussbude heizte ordentlich ein. Die Hände huschten kreuz und quer über Grill und Fritteuse, alles war ein Gewusel, aber nach und nach füllten sich die Burgerboxen. Bis heute bleibt ungeklärt, wo auf einmal das ganze Küchenpersonal für unsere Bestellungen herkam. Mit Take Away und Punktlandung schafften wir es tatsächlich zur Bushaltestelle am Ortseingang, um kurz darauf den ganzen Bus in eine Burger-Pommes-Wolke zu hauchen. Warm eingemummelt sitzen wir prustend auf den Sitzen und später entspannt im mittlerweile wohl vertrauten Aufenthaltsraum mit Blick auf die stürmische Landschaft in die Ferne. Das ist wohl dieses Hygge von dem alle reden.

Dänemark
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Text: Sandra Königs
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