Christoph und seine Stirnlampe

In »Produkte, die Geschichte schreiben« stellen Globetrotter Mitarbeiter Ausrüstungsteile vor, die ihnen besonders ans Herz gewachsen sind. Diesmal: Christoph Lingl, Verkaufsberater aus der Bergsportabteilung bei Globetrotter München, über seine treue Begleiterin, eine Ledlenser-Stirnlampe.
Christoph und seine Ledlenser-Stirnlampe.

»Sonst hätte uns die Bergwacht holen müssen. Gut, dass die Stirnlampe dabei war.«

Meine Stirnlampe habe ich bei jeder Tour dabei. Sie gehört zu meinem Notfall-Equipment. Notfall bedeutet bei mir nicht immer Unfall. So zum Bespiel im Oktober 2019. Wir klettern die Zwölferkante zwischen kleinem und großen Waxenstein unweit von Garmisch – immerhin 15 Seillängen. Es ist Herbst und es wird bereits früh dunkel. Zu allem Überfluss haben wir uns erst verklettert und können jetzt in der Dunkelheit die Abstiegsroute nicht finden. Doch zum Glück habe ich meine Ledlenser-Stirnlampe SEO 7R dabei. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich sie brauchen werde, doch es stellt sich nun als wichtigstes Teil meiner Ausrüstung heraus – sie eingepackt zu haben, überlebenswichtig. Und sie hat mich auch dieses mal nicht im Stich gelassen. Im Schein der Lampe finden wir die richtigen Griffe und schlussendlich den Ausstieg.

Die Stirnlampe ist genauso wichtig wie die Schuhe

Seit mittlerweile acht Jahren habe ich die Stirnlampe jedes Mal dabei, wenn ich in den Bergen unterwegs bin. Wie viele Leuchtstunden sie auf dem Buckel hat? Puh, das kann ich gar nicht sagen. 100 vielleicht? Eventuell auch mehr… wahrscheinlich mehr … viel mehr! Sie ist meine ständige Begleiterin und ein genauso wichtiger Ausrüstungsgegenstand wie beispielsweise meine Schuhe. Mit 220 Lumen ist sie nicht die Stärkste auf dem Markt, doch meistens benutze ich sie ohnehin auf der energiesparenden niedrigen Leuchtstufe. Der Akku reicht völlig aus, um sie eine ganze Nacht lang brennen zu lassen, zum Beispiel beim Weitwandern oder beim Skitourengehen nach der Arbeit.

Bei Nacht auf den Elbrus

Auch auf dem Weg hinauf zum Elbrus im Sommer 2017 hat mir die Ledlenser den Weg gewiesen. Es gab nur kleines Zeitfenster mit gutem Wetter von Mitternacht bis 12 Uhr mittags um den Gipfel des höchsten Bergs Europas zu erreichen. Es war klar, ich musste in der Nacht los gehen, wenn ich den 5642 Meter hohen Gipfel erreichen will. Den Aufstieg mit Unterstützung einer Pistenraupe hatte ich für mich ausgeschlossen. Im Gegensatz zu vielen anderen stapfte ich also alles zu Fuß. Der Mond war so hell, ich hätte die Stirnlampe eigentlich gar nicht gebraucht, aber ich habe sie trotzdem angelassen. Als Selbstschutz, damit die Fahrer der Pistenraupen auf dem Weg nach unten mich sehen. Da geht es nämlich zu wie auf einer Autobahn.

»Ich war nie allein, obwohl ich allein war.«

Im Dunkeln mit meiner Stirnlampe dort zu laufen war wahrscheinlich der schönste Teil der Elbrus-Tour. Die Lichter der Pistenraupen begleiteten mich wie die Laternen bei einer Nachtwanderung. Ich war nie allein, obwohl ich allein war. Als es dann hell wurde – kurz vor dem Gipfel – war ich so fertig mit der Welt, dass ich den Gipfel kaum genießen konnte. Heute erinnere ich mich viel lieber daran, wie ich mit Steigeisen, Trekkingstöcken und meiner Stirnlampe bei Nacht durch den Schnee zum Elbrus-Gipfel gestapft bin – begleitet von den Lampen der Pistenraupen.

STECKBRIEF

Name: Christoph Lingl (36)
Filiale: München
Job: Verkaufsberater für Schuhe in der Bergsportabteilung 
Outdoorvorlieben: Klettern, egal ob auf Sportrouten oder Mehrseillängen, ist für mich wie Therapie. Ich kann den Alltag zurücklassen und mich beruhigen.
Schönstes Abenteuer: Aufstieg über den Normalweg zum Mont Blanc, mein erster 4.000er. Zwar waren wir nicht zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel, doch wir waren ganz allein auf dieser Tour.
Käme deine Stirnlampe abhanden, was wäre der Ersatz?  die Actik Core 450 in rot von Petzl.


Text: Globetrotter
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