Unterwegs im Trailrunning Camp – Laufen, Lernen, Erleben
Unterwegs im Trailrunning Camp – Laufen, Lernen, Erleben
Mein erstes Trailrunning-Camp in der atemberaubenden Bergkulisse rund um die Sulzfluh war eine Achterbahnfahrt der Gefühle und Herausforderungen – sowohl topographisch als auch emotional. Ich pendelte zwischen dem Gedanken »Warum tue ich mir das an?« und der Euphorie, im Trailrunning meinen neuen Lieblingssport gefunden zu haben.
Es ist ein echtes Abenteuer – meine Premiere beim Trailrunning-Camp in der malerischen Bergkulisse rund um die majestätische Sulzfluh. Eine Reise, die mich physisch und emotional durch Höhen und Tiefen führt. Meine Gefühlswelt pendelt zwischen dem Gedanken »Warum mache ich das eigentlich?« und der Erkenntnis »Trailrunning könnte tatsächlich meine neue Passion werden«.
Der Startschuss für das zweitägige Camp fällt irgendwo in der Mitte dieser emotionalen Achterbahnfahrt.
Urs Baumgartner, Leiter des Trailrunning-Camps, erklärt die richtige Lauftechnik.
Erste Schritte im Trailrunning Camp
Als ich jedoch als einzige Novizin meine Hand hebe, bekommt der Begriff Herzklopfen eine neue Bedeutung. Die ersten Stunden sind geprägt von technischen Feinheiten – von der korrekten Armhaltung über das geschmeidige Aufsetzen der Füße bis hin zum gekonnten Einsatz von Laufstöcken. Diese Einheiten helfen mir, meine fehlende Erfahrung gekonnt zu kaschieren, während wir uns in kleinen Laufportionen und mit vielen hilfreichen Tipps zur Carschinahütte hocharbeiten. Auf dem letzten Anstieg zeigt sich dann, wer wirklich für das Trailrunning geboren ist – und wer, wie ich, doch eher nur Joggerin ist.
Während die einen scheinbar mühelos die Berge erklimmen, entscheide ich mich für den weniger atemraubenden Marsch. Eine Entscheidung, die unser Coach Urs Baumgartner als völlig legitim erklärt. Gehen sei ein essenzieller Bestandteil des Trailrunnings, besonders in steilen Passagen, wo es oft effizienter sei als das Rennen. Die wahre Kunst des Trailrunnings, so lerne ich schnell, liegt nicht allein in der Kondition, sondern maßgeblich in der Technik.
Nach einer stärkenden Pause auf der Carschinahütte führt uns der Weg zurück zum Berghaus Alpenrösli, größtenteils bergab. Der Pfad ist schmal und fordert ein hohes Maß an Vertrauen in die eigenen Füße. Perfektes Wetter und technisch anspruchsvolle Trails machen den Tag unvergesslich.
Der frühe Vogel stretcht den Expander. Thalia beim morgendlichen Krafttraining.
Stärke und Aussdauer
Der zweite Tag beginnt vor Sonnenaufgang. Wir widmen uns zunächst dem Krafttraining. Trailrunning verlangt kräftige Bein- und Rumpfmuskulatur, um Verletzungen vorzubeugen. Mit voller Konzentration und dem festen Vorsatz, mich nicht zu überanstrengen, folge ich den Anweisungen.
Der Start in den Tag ist brutal: Nachdem wir das Berghaus Sulzfluh hinter uns gelassen haben, erklimmen wir in Serpentinen 600 Höhenmeter. Während ich keuchend den Berg hinaufsteige, verfluche ich meine Entscheidung für das Camp, nur um später, als das Gelände freundlicher wird und das Rennen leichtfällt, meine Meinung zu revidieren.
Eine ausgedehnte Pause und ein erfrischendes Bad im Bergsee später fühlen wir uns revitalisiert. Mit einem Körper voller Endorphine stürzen wir uns in den Abstieg, befreit von jeglicher elterlicher Ermahnung, dass in den Bergen nicht gerannt wird.
Viele lieben es, in der Höhe zu wandern. Aber über die Berge rennen? Trailrunning ist eine sprichwörtliche Gratwanderung. Es erfordert nicht nur Kondition und Trittsicherheit, sondern auch eine gewisse Portion Mut.
Tipps für Einsteiger im Trailrunning Camp
Im Rückblick hätte ich mir vor dem Start ein bisschen mehr Vorbereitung gegönnt – nichts Großes, aber ein kleiner Trailrunning-Trainingsplan mit Intervallen oder kurzen Bergsprints hätte mir bestimmt geholfen. Gerade als Einsteiger spürt man schnell, dass jede Einheit vorher zählt. Für alle, die überlegen, ihr erstes Trailrunning Camp für Anfänger zu buchen, ist das mein wichtigster Tipp: ein paar Basics schon vorher üben.
In unserer Gruppe war es bunt gemischt: Einige flitzten locker voraus, andere blieben lieber in kleiner Runde zurück und unterhielten sich während der Anstiege. Genau das macht ein solches Camp spannend: Jede:r läuft im eigenen Rhythmus. Wer es noch familiärer mag, findet in einem Trailrunning Camp für Frauen oft ein besonders enges Miteinander. Aber egal, ob gemischt oder nicht: Am Ende zählen nicht die Zeiten, sondern das Lachen am Gipfel und das gute Gefühl, gemeinsam Höhenmeter geschafft zu haben.
Vorbereitung und Ausrüstung
Ein Camp ist nicht nur Training, sondern immer auch eine kleine „Materialschule“. Ich habe schnell gemerkt: Die Schuhe entscheiden über Lust oder Frust. Das falsche Paar, und der schönste Trail wird zur Qual. Wer unsicher ist, findet in der Kaufberatung für Trailrunningschuhe wertvolle Orientierung.
Genauso wichtig wie die Schuhe ist das richtige Zubehör, zu dem ein leichter Rucksack, Stöcke und eine Regenjacke für den Notfall gehören. Gute Tipps dazu gibt es in der Kaufberatung für Trailrunning-Zubehör. Mein persönliches Learning? Je weniger man mitschleppt, desto größer wird der Spaß. Alles, was überflüssig ist, stört irgendwann den Flow – und den möchte man im Camp auf keinen Fall verlieren.
Trailrunning in den Alpen bietet einzigartige Naturwege und frische Bergluft, die jede Laufeinheit zu einem besonderen Erlebnis machen.
Inspiration für die nächsten Schritte
Nach so einem Wochenende versteht man, warum es immer mehr Formate gibt: vom kompakten Trailrunning Workshop über ein verlängertes Trailrunning Wochenende bis hin zum mehrtägigen Trailrunning Camp in Deutschland oder anderswo. Wer einmal den Flow gespürt hat, sucht nach neuen Wegen. Die besten Tipps zum Trailrunning findest zu bei uns im Blog.
Und wer direkt loslegen will: Hier geht es zu den Trailrunningschuhen und weiteren Produkten für dein Abenteuer. Auch auf unserer Blogseite zu „Trailrunning & Joggen“ findest du Wissenswertes und Inspiration.
Fernab des Trubels
Urs Baumgartner, ein begeisterter Trailrunning Coach mit Ausbildung zum Bergführer und Yogalehrer, organisiert Trailrunning-Camps im Prättigau und auf der Lenzerheide. Das Abenteuer in den Bergen beginnt hier – lass dich von der Schönheit der Natur verzaubern und schließe dich Urs, dem erfahrenen Bergführer, an!!
Häufig gestellten Fragen zum Trailrunning-Camp
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Was ist ein Trailrunning-Camp und für wen ist es geeignet?
Ein Trailrunning-Camp verbindet Techniktraining, geführte Touren und jede Menge Know-how rund um die Themen Kraft, Ausdauer und Lauftechnik. Egal, ob du Anfänger:in oder Fortgeschrittene:r bist: Wenn du dein Trailrunning auf das nächste Level bringen möchtest, ist ein Camp genau das Richtige für dich.
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Welche Techniken lernt man im Trailrunning-Camp?
Im Fokus stehen vor allem Lauftechnik und Effizienz: Wie setze ich die Arme richtig ein? Wie lande ich mit dem Fuß optimal? Wie nutze ich Stöcke sinnvoll? Und wie bewege ich mich sicher auf schmalen, technischen Trails?
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Muss ich beim Trailrunning immer bergauf rennen?
Ganz und gar nicht. Gehen gehört selbstverständlich dazu. An steilen Anstiegen ist ein zügiger Gehschritt mit Stöcken oft sogar kraftsparender und schneller als Laufen.
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Wie anstrengend ist ein Trailrunning-Camp?
Das hängt natürlich vom Gelände, dem eigenen Fitnesslevel und dem Programm ab. Ein Camp fordert Körper und Kopf, bleibt aber anpassbar. Wichtig ist, im eigenen Tempo zu laufen und ausreichend Pausen und Lernphasen einzulegen.
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Wie bereite ich mich auf ein Trailrunning-Camp vor?
Kurze Intervallläufe, lockere Bergsprints oder Technikübungen helfen enorm dabei, fit fürs Camp zu werden. Dazu am besten etwas Krafttraining für Beine und Rumpf, das schützt vor Verletzungen und gibt mehr Stabilität auf dem Trail.
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Was sollte ich zum Trailrunning-Camp mitbringen?
Das Wichtigste sind passende Trailrunningschuhe, denn sie entscheiden über Spaß oder Frust. Ein leichter Laufrucksack, Stöcke und eine Regenjacke für alle Fälle sind ebenfalls wichtig. Und wie so oft gilt auch fürs Trailrunning: Weniger ist mehr, denn zu viel Ballast bremst deinen Flow.
Unsere Globetrotter Ausrüstungstipps
für dein nächstes Runningabenteuer
Text: Thalia Wünsche
Fotos: Paedii Luchs