Auf Dannys Spuren

Ein Mountainbike-Abenteuer in den Bergen von Davos

Ein Bericht aus der Globetrotter-Community. Text und Fotos: Alex Hombach

Die Alpen sind weltweit für ihre atemberaubende Schönheit und ihre endlosen Möglichkeiten für Outdoor-Abenteuer bekannt. Unter den zahlreichen Wander- und Mountainbike-Routen, die das Land zu bieten hat, ist der Alps Epic Trail in Davos zweifellos eine der eindrucksvollsten Strecken. Mit mehr als 40 km Wegstrecke, 1000 Höhenmetern und weitaus mehr Tiefenmetern bietet die Tour eine anstrengende, aber traumhaft schöne Möglichkeit, das Davoser Umland zu erkunden. Nicht umsonst wurde der Alps Epic Trail als erster Trail in der Schweiz mit dem Prädikat „Epic Trail“ von der internationalen Mountainbike-Organisation IMBA ausgezeichnet.

Um uns auf die lange Tour vom Jakobshorn bis nach Filisur einzugrooven, haben wir uns am ersten Tag in Davos mit Bike Guide Heini an der Bike Academy in Davos getroffen. Nach einem kurzen Check der Bikes und Ausrüstung ging es direkt zur Bahn und damit hinauf. Angekommen muss natürlich ein Foto sein, denn der Ausblick von hier oben ist gigantisch. Auf dem Weg zum Trail fällt direkt ein großes Schild auf: Share the Trail ist die Devise. Wanderer und Mountainbiker sind hier auf den Wegen gemeinsam unterwegs. Wir sind gespannt, ob das funktioniert! Einige Strecken sind nur für Wanderer – aber glücklicherweise einige auch nur für Mountainbiker angelegt. 

Vom Jakobshorn über die Ischalp bis hinunter nach Davos ist für Einsteiger und Fortgeschrittene aber auch Profis und eingefleischte Mountainbiker etwas dabei. Los geht es für uns über den breiten Schotterweg bis zum Einstieg des Techniktrails. Die erste Passage bringt uns direkt durch schöne, aber anspruchsvolle Steilkurven. In den einzelnen Sektionen, die speziell für Mountainbiker angelegt sind, können wir unsere Fähigkeiten testen. Dank der großen Hinweistafeln vor jedem Abschnitt wissen wir direkt, was uns auf den nächsten Metern erwartet und wie wir uns verbessern können. 

Unten im Tal angekommen geht es für uns direkt wieder hinauf. Das hat uns sehr gefallen und wir freuen uns auf mehr! Heini fragt uns, ob wir bereit für die ersten Meter auf dem Alps Epic Trail sind. Wir können es kaum erwarten und somit geht es für uns auf dem ersten Abschnitt hinunter. Die ersten Meter teilen wir uns mit den Wanderern. Über einen leicht verblockten Weg führt uns die Route durch saftig grüne Wiesen. Immer unserem Guide Heini am Hinterreifen hängend, lassen wir unsere Bikes im sanften Gefälle rollen. Dabei können wir uns gut mit den Wandernden arrangieren. Gemeinsam funktioniert hier wunderbar. Nach einem kurzen Anstieg teilt sich der Weg und wir Mountainbiker fahren parallel zum Wanderweg über unseren eigenen Trail. Auf gut angelegten Steilkurven in der Wiese können wir eindrucksvoll Tiefenmeter sammeln. Dass hier Profi-Wegshaper unterwegs waren, merkt man sofort. Der Trailbeschaffenheit wechselt zwischen waldigem Boden und hellgrauem Schotter und lässt keine Wünsche offen. Die knapp 730 Tiefenmeter hinunter nach Sertig Dörfli vergehen wie im Flug. Für den ersten Tag reicht uns dies und Heini führt uns über seinen Lieblings-Home-Trail zurück zu unserem Treffpunkt nach Davos. Allerdings nicht sofort, denn vorher müssen wir noch etwas essen. Bevor wir wieder am Stellplatz eintreffen, radelt Heini mit uns ins „Chalet Velo“. Biken und gutes Essen gehört hier zusammen. Direkt am Bikepark Davos gelegen gibt es hier neben leckeren Pizzen vor allem eins: Pommes mit »Chalet Velo Gewürz«. Ein Geheimrezept – versteht sich.

Nach dem leckeren Abschluss im Chalet rollen wir die letzten Meter ermattet zurück zu unserem Camper am Stellplatz Davosersee. Um für den zweiten Bike-Tag fit zu sein, muss ein Sprung ins kühle Nass einfach sein. Das lässt sich auch Steffi nicht zweimal sagen.

Auf dem Alps Epic Trail

Tag zwei weckt uns früh mit Sonnenschein. Nach einem kurzen erfrischenden Bad im Davosersee und einem Frühstück am Camper packen wir unsere Rucksäcke für unsere Tagestour. Heute heißt es für uns: Alps Epic Trail, wir kommen! Den ersten Teil der Strecke kennen wir bereits und somit geht es für uns vom Stellplatz über die Straße zur Jakobshornbahn. Schnell das Ticket gekauft und dann mit der ersten Bahn hinauf. Allein sind wir nicht, aber Platz in der Bahn ist noch vorhanden. Auf dem Weg nach oben kommen wir direkt mit Wanderern ins Gespräch. Schnell wird klar, dass wir zwar in die gleiche Richtung starten, wir mit unseren Bikes schlussendlich doch mehr Wegstrecke machen werden als nur zu Fuß. Oben angekommen gibt es wieder das obligatorische Startfoto. Die Knieschoner werden noch einmal gerichtet und dann geht es auch direkt über die Schotterzufahrt zur Tour. Die Route ist nicht speziell als MTB-Strecke ausgeschildert, die Nutzung eines GPS-Tracks zur Routenfindung daher empfehlenswert.

Da wir die Strecke bis Sertig bereits kennen, können wir uns hierbei völlig auf unseren Flow konzentrieren. Auf der anderen Seite des Tals kann man schon den kommenden Anstieg erahnen. Am Dorfplatz in Sertig angekommen beginnt für uns der Aufstieg zum Rinerhorn. Hier kann man der Beschilderung Route 647 Rinerhorn-Sertig folgen, ausgeschildert ist die Tour allerdings in die Gegenrichtung. Heißt für uns: 200 Höhenmeter auf einem leicht ansteigenden Singletrail voller Wurzeln liegen nun vor uns. Der Anstieg von Sertig zum Rinerhorn macht den Trail auch für Fortgeschrittene anspruchsvoll. Die Route ist weitestgehend vom Wanderweg entkoppelt, sodass wir uns auf unseren Anstieg konzentrieren können. Gelegentlich kommen uns auf dem Trail abfahrende Mountainbiker entgegen. Die kurzen Wartepausen nutzen wir zum Verschnaufen. Ohne E-Unterstützung am Fahrrad ist der Weg definitiv anstrengend. Dank schattenspendender Waldabschnitte, die uns vor der brennenden Sonne schützen, kommen wir nach einiger Zeit an der Feuerstelle Äbirügg an. Der Ausblick von hier entlohnt für den anstrengenden, aber trailtechnisch schönen Anstieg. Hier machen wir eine längere Pause – das haben wir uns verdient.

Der Weg von der Feuerstelle führt uns über eine breite Schotterstraße hinab zum Bergrestaurant Rinerhorn. Am Bergrestaurant vorbei biegt die Route schnell wieder auf einen Singletrail ab. Die Route 335 nach Monstein weist uns den Weg. Hier wartet auf uns leider ein anderes Problem. Trotz guter Vorhersage wandelt sich die Sonne hin zu Wolken und es beginnt zu regnen. Aufgrund der Gewittervorhersage für den restlichen Tag entschließen wir uns, die Tour in Monstein abzubrechen. Das schöne hierbei – mit unserer Gästekarte können wir direkt in den Bus einsteigen und zum Stellplatz zurückfahren. Das Wetter kann man sich leider nicht aussuchen, aber etwas ist jetzt schon klar: Wir kommen definitiv zurück! Die verbliebenen Meter auf dem Trail warten auf uns – und das epische Foto von der Brücke aus Danny McAskills Video »Home of Trails« ebenfalls.


Home of Trails

Graubünden kann sich mit Stolz «Home of Trails» nennen. In keiner anderen alpinen Region gibt es auf so engem Raum so viele Trails. Ihrem Lockruf sind auch Danny MacAskill und Claudio Caluori gefolgt und haben ihre Abenteuer im Film »Home of Trails« festgehalten.

Text: Alex Hombach
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