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        »Alive« von Alessandro Rovere

        Interview: Globetrotter Magazin | Fotos: Alessandro Rovere
        Alessandro Rovere hat es geschafft mit seinem Video »Alive« auf Vimeo den Ritterschlag »Staff Pick« zu erhalten. Kein Wunder, das Video über seine Reise durch den Indischen Teil des Himalaja ist grandios und wir wollen jetzt sofort die Koffer packen … vorher haben wir dem Regisseur, Fotograf und Cutter in Personalunion aber noch ein paar Fragen gestellt.
        3:24 Minuten Video, die unglaublich Lust machen aufs Reisen. Wo seid ihr unterwegs gewesen und wie seid ihr gereist?
        Die Filmaufnahmen sind im Indischen Himalaja entstanden. Wir sind nach Delhi geflogen. Von dort ging die Reise mit Taxi, Bus und Auto knapp elf Stunden immer Richtung Norden nach Shimla in Himachal Pradesh. Hier startete unsere 700 Kilometer lange Reise durch die Berge nach Manali. Für diesen Teil der Reise hatte unser Guide uns einen Wagen mit Fahrer organisiert, ansonsten wären die Distanzen nicht machbar gewesen. Besonders im Spitital waren wir über die Begleitung eines Einheimischen froh. Die Reise war so reich an Highlights (siehe Wegbeschreibung unten), da war es nicht leicht, hinterher die richtigen Szenen fürs Video auszuwählen.

        Mit wem warst du unterwegs?
        Ich bin mit einer Gruppe junger Outdoorenthusiasten gereist, die ihr Hobby gerade zum Beruf machen wollen. Ihr Projekt heißt »Betterbackpacking« und wird voraussichtlich im Jahr 2017 mit neuen Touren auf den Markt kommen. Im Moment gibt’s nur eine Webseite (betterbackpacking.com) und viele tolle Ideen. Vor Ort hatten die Jungs einen Guide und Bergführer namens JD aus Kashmir organisiert.
        Durch JD sind wir an Ort gekommen, die wir alleine wahrscheinlich nie entdeckt hätten und deren Bilder sich nun im Film befinden. Auch er ist im Video zu sehen: Das Augenzwinkern am Anfang des Films, das ist er.

        Was für Menschen seid ihr begegnet, wie haben die reagiert und was habt ihr mit denen erlebt?
        Es war eine kulturell unglaublich diverse Reise. Allein schon durch die stark religiöse Prägung. Hinduismus bis Kalpa, danach hauptsächlich buddhistisch und Kashmir ist muslimisch geprägt. Was ich verrückt fand, wie oft wir selbst fotografiert und gefilmt worden sind. Obwohl das als Tourist ja eher unser Job war. Verdrehte Welt.
        Auf unseren Trekkingtouren, trafen wir häufig auf Bauern und einheimische Landwirte. In Bashal Peak streiften wir durch die Apfelplantagen an den Hängen. In Sangla unterhielten wir uns mit Bauern, die ihre Ernte hunderte Höhenmeter auf dem Rücken die Hänge hinab trugen. Im Regen wohlgemerkt und mit Sandalen! So standen wir da, in unserer Funktionskleidung und mit hochgezüchteten Schuhen …
        In Kashmir spielten wir mit den Kindern Schnick-Schnack-Schnuck und in Manali lief uns das kleine Hundebaby zu, das fortan mit uns reiste. Aber auch Touristen haben wir getroffen. Da waren Amerikaner, Isrealis, Franzosen, Alleinreisende, Radreisende. Und ein Deutscher (Patrick) war auch dabei. Er war bereits zwei Jahre unterwegs und Nako, wo wir ihn trafen, war eine seiner letzten Stationen. Leider habe ich ihn bei Facebook nicht auffinden können, also wenn ihr das veröffentlicht und er das vielleicht liest: »Melde dich mal bei mir! Ich würde gerne wissen, wie dein Trip ausgegangen ist!«
        Was war euer schönstes Erlebnis?
        Ganz stark situationsabhängig, würde ich sagen. Das Baden im Bergsee auf über 4000 Metern und Shiva, unser kleiner Welpe, sowie das Kloster in Tabo, gehören sicherlich dazu. Mich persönlich hat die Natur mit ihrer Weite und Freiheit immer wieder überrascht und mir das Gefühl gegeben »Alive« zu sein.
        Auch der Umgang mit den Straßenhunden war eine Sache für sich. Hier hatte mein Reisepartner Louit ein tolles Gespür! Die Tiere – und es sind unzählige – reagierten besonders nachts, augenscheinlich aggressiv, wenn man in ihrem Revier umherstreifte. Wenn man jedoch dem Alphatier klar machen konnte, dass man keine Gefahr darstellte, wurde man immer mit einem Tier als Geleitschutz durch das Revier eskortiert. Das war faszinierend und für mich das perfekte Beispiel von Einheit mit der Natur. Es braucht einfach keine Sprache, sondern nur Einfühlungsvermögen und Empathie. Egal ob Mensch oder Tier!
        Die Tour zum Nachmachen in Stichpunkten

        • Hatu Peak (Trek bis auf 3400 m)
        • Sarahan 2300 m
        • Bashal Peak (Trek bis auf 3800 m) - Körperlich und mental absolut anstrengend: 7 Stunden Aufstieg, 4 Stunden wieder bergab. Die Landschaft war unbeschreiblich. Dschungel, Nadel, Stein und Geröll. Nach Stunden des Hochlaufens in malerischer Landschaft standen plötzlich Rinder vor uns. Wilde Rinder.
        • Sangla 2600 m
        • Sangla Kanda See (Trek bis auf 3400 m) - Es nieselte und die ganze Landschaft war in unbeschreiblich schönen, gespenstischen Nebel getaucht. Wilde Kühe und Esel überall. Speziell dieser Trip war eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens!
        • Kalpa (2760 m)
        • Nako (3630 m) - Hier begann das Spitital und tibetisches Regierungsgebiet. Dafür brauchten wir vor Ort ein zusätzliches Visum. Von nun an gab es für die nächsten Tage • auch auf den indischen Handys - keinen Empfang mehr. Strom war rar und warmes Wasser gab’s erst gar nicht. Die Landschaft wurde karg und steinig. Die Sonne brannte, aber der Wind pfiff eiskalt. Auch das war für mich, als First-Timer, eine Herausforderung. Allen voran was die Kleidung anbetraf.
        • Nako Gompa (Trek bis auf 3900 m). Kleiner Ausflug. Allerdings durch die großen Steine und die Witterungsbedingungen extrem fordernd, aber toll. Eine komplett andere Natur, als in den Tagen davor.
        • Tabo (3300 m) - Beten um 6 Uhr morgens mit den Mönchen im ältesten (in Benutzung befindlichen) buddhistischen Kloster Indiens. Es ist fast 1000 Jahre alt. Alles war so friedlich und still im ganzen Dorf. Hier hätte ich noch Tage verbringen können.
        • Dhankhar (3900 m). Spektakulär! Die Aussicht auf Dhankhar, wie es über dem Spiti River thront, aber auch die Aussicht von dort ins Tal, sind einfach atemberaubend.
        • Dhankhar Lake (Trek bis auf 4270 m). Baden im Bergsee auf 4300 m Höhe. Mehr muss ich nicht sagen ;-)
        • Kaza (3600 m)
        • Zeltlager - genauer Ort und Höhe unbekannt (ca. 4800 m) - die letzte Einstellung des Films, mit der aufgehenden Sonne über den schneebedeckten Gipfeln, ist dort entstanden. Unbeschreiblich.
        • Manali
        • Kashmir - Bogund, Aru (letzer Aufstieg auf knapp 2800 m) und Srinagar.

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