Vom E5, über München – Venedig bis zum GTA.

5 x Alpenüberquerung zu Fuß

Der Alpenbogen spannt sich von der Adria bis zur Cote d’Azur als natürliche Grenze zwischen Mittel- und Südeuropa. Mit Auto und Zug überquert man ihn über Brenner, Gotthard und Co. Wir zeigen euch fünf Fernwanderungen, auf denen ihr das Gebirge zu Fuß entdeckt – vom Klassiker bis zur Genusstour.

5 Wege über Europas höchstes Gebirge

Alpenüberquerung zu Fuß

Der Alpenbogen spannt sich von der Adria bis zur Cote d’Azur als natürliche Grenze zwischen Mittel- und Südeuropa. Mit Auto und Zug überquert man ihn über Brenner, Gotthard und Co. Wir zeigen euch fünf Fernwanderungen, auf denen ihr das Gebirge zu Fuß entdeckt – vom Klassiker bis zur Genusstour.

1 — Von München nach Venedig

Der Klassiker unter den Alpenüberquerungen

Die Alpenüberquerung München bis Venedig ist der Klassiker und eine der beliebtesten Fernwanderungen unter Bergbegeisterten. Schon 1977 veröffentlichte Ludwig Graßler, Bergwanderer und Schriftsteller, einen ersten Bericht und ein Buch darüber. Er gilt damit als Erfinder der Transalp. Mit Start am Marienplatz in München führt der Weg durchs Alpenvorland, das Karwendel, die Tuxer und Zillertaler Alpen, über die Dolomiten bis in die Piave-Ebene nach Venedig. Die Tour ist eine alpine Bergwanderung mit leichten Kletterstellen. Genächtigt wird in Hütten oder im eigenen Zelt. Zur Hauptsaison zwischen Juni und August sollten die Hütten reserviert werden. Der antizyklische Start an einem Wochentag kann auch helfen, noch freie Hütten zu finden. Eine Alpenvereinsmitgliedschaft (egal ob DAV, SAC oder OeAV) lohnt sich, da man bei den Hüttenübernachtungen spart und in den Genuss des Bergsteiger-Essens kommt. Selbst im Hochsommer kann es zu Schneefällen kommen, daher gehören Mütze und Handschuhe immer ins Gepäck. Der Weg wird von mehreren Veranstaltern bzw. Bergschulen als geführte Wanderung mit Gepäcktransporten angeboten.

Facts Kurz und Knapp …

Länge: 520 Kilometer, 20.000 Höhenmeter, 28-31 Tage (Etappenabhängig)

Start: Marienplatz, München

Ziel: Markusplatz, Venedig

Wege: Wanderwege, keine technischen Schwierigkeiten oder Gletscherüberquerungen. Die Überschreitung der Schiara (Klettersteig) kann auf einem Normalweg umgangen werden.
Das letzte Stück durch die venezianische Ebene ist asphaltiert. Wer möchte, kann alternativ auch einen Bus nehmen.

Besonderheiten: Die Tour lässt sich beliebig splitten oder teils mit Seilbahnunterstützung »vereinfachen«. Highlights: Die Übernachtung in der Würzjochhütte, die eher ein komfortables Hotel ist. Die Panorama Aussicht vom 3152 Meter hohen Piz Boé inklusive der vergletscherten Marmolada, die oft auch die „Königin der Dolomiten“ genannt wird.

Webseite: www.komoot.de/der-traumpfad-von-muenchen-nach-venedig

  • Wegabschnitt des GTA von München nach Venedig
  • Wegabschnitt des GTA von München nach Venedig
  • Wegabschnitt des GTA von München nach Venedig
  • Wegabschnitt des GTA von München nach Venedig
  • Wegabschnitt des GTA von München nach Venedig

2 — Von Oberstdorf nach Meran

Teilstück des Europäischen Fernwanderwegs E5

Ein Klassiker und sehr populär unter den Alpenüberquerungen ist der abwechslungsreiche Wanderweg E5, der in verschiedensten Variationen gegangen werden kann. Als Erfinder der Tour gilt Hans Schmidt, der 1969 von seiner Heimatstadt Sonthofen im Allgäu in neun Tagen zum Ferienhaus seiner Familie in Girlan-Schreckbichl bei Bozen lief. Später konzipierte er im Auftrag der Europäischen Wandervereinigung die Route aus schon existierenden Wegen vom Bodensee bis zur Adria. Der E5 startet eigentlich in der Bretagne an der französischen Atlantikküste, wird aber meistens zwischen Allgäu und Südtirol begangen. Hier liegen die schönsten Etappen.
Auf der gesamten Alpenquerung muss weder ein Gletscher überquert, noch ein Klettersteig absolviert werden. Die klassischen Tagesetappen kommen nicht über 1500 Höhenmeter im Anstieg bzw. 13000 Höhenmeter im Abstieg. Damit erfordert die Route eine geringere Kondition als andere Alpenüberschreitungen. Sie ist dementsprechend sehr stark frequentiert. Vorzeitige Reservierung – am besten ein Jahr im Voraus – ist empfehlenswert. Insgesamt eine absolut lohnenswerte Alpenüberquerung.

Facts Kurz und Knapp …

Länge: 180 Kilometer, 19.000 Höhenmeter, 8-10 Tage (Etappenabhängig)

Start: Oberstdorf

Ziel: Meran

Wege: Beste Wegverhältnisse zwischen Mitte Juli und Mitte September (keine Altschneereste), ausgebaute alpine Gebirgswege, kein Klettern. Die Wege sind sehr gut markiert.

Besonderheiten: Teilstück des europäischen Fernwanderwegs E. Höchster Punkt: die 3.019 Meter hoch gelegene Similaunhütte am Niederjoch. Unter den klassischen Alpenüberquerungen ist der E5 der kürzeste Weg. Übernachtungen sowohl in Hütten als auch in Hotels im Tal möglich.

Webseite: www.oberstdorf.de/alpininfo/huetten/alpenueberquerung

  • Wandern auf dem Fernwanderweg e5
    Beim Aufstieg zur Braunschweiger Hütte.
  • Aussicht beim Wandern auf dem Fernwanderweg e5
    Blick auf die Braunschweiger Hütte.
  • Wandern auf dem Fernwanderweg e5
    Auf dem Weg zur Kemptner Hütte (Sperrbachtobel).

3 — Vom Gletscher an die Küste

Auf dem Alpe Adria Trail durch drei Länder

Der Alpe-Adria-Trail ist eigentlich keine klassische Alpenquerung, da er südlich des Alpenhauptkamms unterhalb des Großglockner beginnt. Er verläuft weiter als sehr gut ausgeschilderter Weitwanderweg durch den Nationalpark Hohe Tauern, den Biosphärenpark Nockberge, an mehreren Kärntner Seen vorbei und dann über die Julischen Alpen in die Venezianische Tiefebene bis zur Adria. Als europäisches Projekt wurden 2012 bestehende Wanderwege durch Österreich, Slowenien und Italien durchgehend gekennzeichnet. Offiziell wird der Track in 43 Etappen unterteilt, diese werden wohl nur die wenigsten en bloc wandern. Die Wanderung startet gleich mit einem Höhepunkt: die Pasterze, der Gletscher unterhalb des 3798 Meter hohen Großglockner bildet den Start der Tour. Weitere Highlights sind: die Almenlandschaft des UNESCO Biosphärenpark Nockberge, das Bergbauerndorf Apriach und das Schwimmen in den Seen am Wegesrand. In Slowenien begleitet der Alpe-Adria-Trail die türkisfarbene Soča, einen in Europa einmaligen Fluss. Die Etappenziele liegen oft im Tal, so dass man »gepflegt« in Hotels übernachten kann. Auch kulinarisch hat man meist eine größere Auswahl.
Mit Etappen um die 20 Kilometer, bis zu 1600 Höhenmeter im Aufstieg und Gehzeiten bis maximal 8 Stunden ist der Trail auch für konditionsstarke Kinder und Jugendliche machbar. Teilstrecken lassen sich mit dem ÖPNV überbrücken.

Facts Kurz und Knapp …

Länge: 750 Kilometer, 23.600 Höhenmeter, 43 Tage (Etappenabhängig)

Start: am Fuß des Großglockner

Ziel: Muggia (Friaul Venetien)

Wege: mittelschwierig mit teils seilversicherten Abschnitten. Hochalpine Abschnitte bis 2400 Metern wechseln mit Talwanderungen. Durch die Länge (43 Etappen) können Teilstrecken so selektiert werden, das jeder hier eine für sich passende Strecke findet.

Besonderheiten: Die kostenlose Alpe-Adria-Trail App, Teilstücke für Wanderanfänger geeignet, da geringe Höhenunterschiede, kulinarische Highlights, gute Infrastruktur, Unterkünfte in verschiedenen Kategorien.

Webseite: www.alpe-adria-trail.com

  • Wandern über Hängebrücke auf dem Alpe Adria Weg
    Soca bei Trenta, Slowenien.
  • Wegzeichen  des Alpe Adria Trails
  • Ausblick bei der Alpenüberquerung auf dem Alpe Adria Weg
    Unterwegs im Nationalpark Hohe Tauern.
  • Infotafeln bei Alpenüberquerung auf dem Alpe Adria Weg
    Startpunkt: Kaiser Franz Josephs Höhe.
  • Menschen laufen über Brücke, die einen Fluss quert auf dem Alpe Adria Weg
    Die türkisgrüne Soca.

4 — Von der Zugspitze nach Südtirol

Alpencross light: die Alpenjuwelen

Eine etwas andere Alpenüberquerung sind die »Alpenjuwelen« von Georg Pawlata. Leichte Tageswanderungen zwischen Garmisch und Südtirol – vorbei an alpinen Höhepunkten – reiht der zertifizierter Bergführer und Geograf aneinander. Bestreitet man sie alle, ergibt sich ein komplettes Bild der Alpen, wobei man Überführungsetappen mit Bergbahn und Busshuttle absolviert. Geschlafen wird jede Nacht in einem anderen Hotel. Die Tour ist konzipiert für Genusswanderer, beinhaltet Gepäcktransporte, zeichnet sich durch einfache Wege aus und hat vergleichsweise wenig Höhenmeter. Täglich wird man mit einem Shuttle zum Ausgangspunkt gebracht und bekommt zudem eine Wanderkarte mit der Tagesroute und möglichen Vorschlägen zur mittäglichen Einkehr. Geschlafen wird in Hotels mit sehr guter Küche und Luxusfaktoren wie einer Sauna oder einem Infinity-Pool. Keine Etappe beinhaltet mehr als 400 Höhenmeter im Anstieg, die längste Etappe beträgt um die 15 Kilometer. Bereits bei der ersten Etappe wird die Zugspitze überschritten. Mit der Seilbahn geht es nach oben. Auf der Rückfahrt wandert man ab der Haltestelle Riffelriss auf einem Naturlehrpfad bis hinunter nach Ehrwald zur Talstation und weiter ins Hotel. Dies ist ein Vorgeschmack auf die kommenden Tage: sinnvoll nützt man Hilfsmittel wie Bergbahnen und Shuttle, um die landschaftlichen Highlights wandernd zu erleben.

Wer sich eine Alpenüberquerung (noch) nicht zutraut, kann auf dieser Tour trotzdem einen Gesamteindruck des Gebirgsstocks und der Kultur und Geschichte der Regionen bekommen. Dabei sind die Wanderetappen so gewählt, dass sie gekonnt den Massentourismus umgehen. Zudem liegt ein Fokus auf regionalen Besonderheiten und Spezialitäten. Neben Schlutzkrapfen, Knödeltris, Lagrein und bestem Apfelsaft aus dem Vinschgau darf natürlich auch der karamellisierte Kaiserschmarren nicht fehlen. Alle Hotels legen Wert auf regionale Produkte.

Facts Kurz und Knapp …

Länge: 68 Kilometer, 5520 Höhenmeter, 8 Tage

Start: Garmisch Partenkirchen

Ziel: Jenesien bei Bozen

Wege: Leichte Wanderetappen. Durch die Wegmarkierungen ist eine Karte nicht zwingend notwendig. Man muss kein ambitionierter Wanderer sein, um diese Tour zu machen und sollte bis zu fünf Stunden gehen können, trittsicher sein und etwas Kondition haben.

Besonderheiten: Gewandert wird selbständig ohne Guide, der Veranstalter versorgt den Wanderer mit Wegbeschreibungen der Tagesetappen und auch die Hotels sind im Vorfeld reserviert. Täglicher Gepäcktransport. Exklusiver Transfer zu den Ausgangspunkten der Wanderungen. Auf Wunsch kann bei schlechtem Wetter sogar eine Etappe ausgelassen und direkt ins nächste Hotel gefahren werden. Rückreise von Jenesien oder Bozen nach Garmisch-Partenkirchen mit organisiertem Bustransport.

Webseite: www.alpenjuwelen.com

  • Blick ins Tourenbuch auf Etappe 4: Blick auf die Stubaier und Zillertaler Alpen!

    Mit Blick auf die Dreitausender in den Stubaier und Zillertaler Alpen wird auf über 2000 Meter Höhe gemütlich durch das Schlicker Hochtal über eine Alm bis zur Bergbahn gewandert, mit der wir hinunter ins Tal in den Ort Fulpmes schweben.

  • Blick ins Tourenbuch auf Etappe 5: Den Dolomiten so nah

    Die Wanderung ins Ridnauntal ist die herausforderndste Etappe von allen. Mit dem Linienbus fährt man ins Hotel nach Sterzing. Eine leichtere, alternative Wanderung geht von der Seilbahnstation zur Ochsenalm und retour direkt hinunter nach Sterzing und zu Fuß zum Hotel.

  • Blick ins Tourenbuch auf Etappe 6: Apfelplantagen, Weinberge und Palmen

    Zum Startpunkt in Kuens wird man mit dem Shuttle gebracht. Von dort geht es über den Kuenser Waalweg, dessen paralleler Wasserkanal die Felder, Reben, Apfelbäume und Wiesen wie vor 500 Jahren immer noch mit Wasser versorgt, bis zum Gasthof Tiroler Kreuz. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf Meran und die restliche Bergwelt wie zum Beispiel die Texelgruppe.

  • Blick ins Tourenbuch auf Etappe 7: Vis-à-vis von Schlern, Rosengarten und Latemar

    Nach einer kurzen Anfahrt wird in Mölten in den Sarntaler Alpen gestartet. Durch einen Wald, über Lärchenwiesen und an Kuhherden vorbei geht es bis hoch auf den Salten. Unterhalb lädt ein Gasthaus zur Einkehr mit regionalen Leckereien ein. Die restliche Wegstrecke führt an Haflingerpferden mit wehenden Mähnen vorbei bis zum Ort Jenesien bei Bozen. Im Infinity-Pool hoch über Bozen schweift der Blick auf den Schlern, den Rosengarten und das Latemar. Neben einer Waldsauna gibt es auch die Möglichkeit zu einer Weinverkostung mit der Sommelière Hedwig Gamper.

  • Blick ins Tourenbuch, Etappe 4: Was für ein Ausblick!

    Mit Blick auf die Dreitausender in den Stubaier und Zillertaler Alpen, den Kalkkögeln oberhalb Innsbrucks wird auf über 2000 Meter Höhe gemütlich durch das Schlicker Hochtal über eine Alm bis zur Bergbahn gewandert, die hinunter ins Tal in den Ort Fulpmes geht.

  • Blick ins Tourenbuch, Etappe 5: Den Dolomiten so nah

    Mit der Rosskopfbahn erreicht man leicht die Kuhalm auf traumhaft schönen Wanderwegen, inmitten wunderschöner Blumenwiesen. Die Wanderung ins Ridnauntal ist die herausforderndste Etappe von allen. Mit dem Linienbus fährt man ins Hotel nach Sterzing. Eine leichtere, alternative Wanderung geht von der Seilbahnstation zur Ochsenalm und retour direkt hinunter nach Sterzing und zu Fuß zum Hotel.

  • Blick ins Tourenbuch, Etappe 6: Apfelplantagen, Weinberge und Palmen

    Über den Jaufenpass ins Passeiertal zum Startpunkt in Kuens wird man mit dem Shuttle gebracht. Von dort geht es über den Kuenser Waalweg, dessen paralleler Wasserkanal die Felder, Reben, Apfelbäume und Wiesen wie vor 500 Jahren immer noch mit Wasser versorgt bis zum Gasthof Tiroler Kreuz. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf Meran und die restliche Bergwelt, wie zum Beispiel die Texelgruppe.

  • Blick ins Tourenbuch, Etappe 7: Vis-à-vis von Schlern, Rosengarten und Latemar

    Vom Mölten in den Sarntaler Alpen geht es durch einen Wald, über Lärchenwiesen an Kuhherden vorbei bis hoch auf den Salten. Ein Gasthaus lädt zur Einkehr mit regionalen Leckereien ein. Vorbei an Haflingerpferden mit wehenden Mähnen geht es weiter bis zum Ort Jenesien bei Bozen. Im Infinitypool hoch über Bozen schweift der Blick auf den Schlern, den Rosengarten und das Latemar. Neben einer Waldsauna gibt es auch die Möglichkeit zu einer Weinverkostung mit der Sommelière Hedwig Gamper.

  • Pferd in Südtirol hinter Zaun mit Wegweisern
  • zwei Frauen wandern auf Etappe der Alpenjuwelen
  • typisch Südtiroler Schüttelbrot
  • Personen wandern über Bergwiesen
  • Wanderinnen geniessen Ausblick auf Etappe der Alpenjuwelen

5 — Im Wilden Westen der Alpen

Der Grande Traversata delle Alpi (GTA)

Ein Vorbild für die Entwicklung von nachhaltigem Tourismus ist der Weitwanderweg Grande Traversata delle Alpi (GTA). Er existiert seit 1979 und führt vom Nufenenpass an der Italienisch-Schweizer-Grenze durch das Piemont bis ans Mittelmeer. Der Tourenverlauf führt durch eines der ursprünglichsten Gebiete der Alpen. Die beschwerlichen Lebensbedingung in diesem Gebiet hatten ab den 19. Jahrhundert nahezu eine Entsiedlung der Region zur Folge. Verlassene Weiler und ganze Dörfer zeugen davon. Um wieder Leben in die Region zu bringen, wurden verschiedene Tourismusprojekte gestartet: eines davo ist der GTA. Der Tourismus entlang der Route ermöglicht den Einheimischen mittlerweile eine Verdienstmöglichkeit. Sowohl Handwerker als auch kleine Händler sind wieder in die Bergdörfer zurückgekehrt. Sie pflanzen alte Gemüse- und Obstsorten an und versorgen sich und die Wanderer damit. So ist die Fernwanderung auch eine kulinarische Reise, auf der es so manche Highlights zu entdecken gibt. Wer beispielsweise einmal den Toma Käse von der Alpe Maccagno im Vogna-Tal gekostet hat, wird ihn so schnell nicht vergessen.
Trotzdem ist die Tour heute noch eine weniger stark frequentiert Fernwanderung, was vor allem an den vielen Höhenmetern liegt. Der GTA zieht sich durch eindrucksvolle, einsame Täler und urige Dörfer über ehemalige Schmugglerwege und gepflasterte sogenannte »Mulattieras«, die Maultierpfade. Der Gran-Paradiso-Nationalpark, die Cottischen Alpen und die Waldenser Täler zählen zu den Highlights. 

Facts Kurz und Knapp …

Länge: 900 Kilometer, 65.000 Höhenmeter, 65 Tage (Etappenabhängig)

Start: Nufenenpass, ansonsten gibt verschiedene gute Einstiege zum Beispiel ab Molini di Calasca im Valle Anzasca oder ab Forno, das man von Omegna mit dem Bus erreicht.

Ziel: Ligurische Alpen, Mittelmeer

Wege: Kann in den Sommermonaten von etwa Anfang Juni bis Ende September begangen werden. Meist sind diese ab Ende Juni schneefrei. Tagesetappen gehen aufgrund der Quertäler oft über hohe Pässe. Nicht selten sind die für die GTA typischen, körperlich strapaziösen Pässe mit 1200 Metern im Auf- und Abstieg zu bewältigen. Der GTA kann in beide Richtungen begangen werden. Zum Teil ist die Orientierung in einsamem Gelände bei unregelmäßiger Markierung und nicht immer eindeutigem Wegverlauf sehr anspruchsvoll, was aber kontinuierlich verbessert wird.

Besonderheiten: Ursprüngliche Bergregionen ohne Massentourismus. Besonders im Nordteil sind einige Etappen sehr lang und fordernd. Deswegen ist die GTA auf keinen Fall auf die leichte Schulter zu nehmen. Viele Wanderer ziehen erst einmal ein paar Tage oder Wochen los. Die GTA ist auf ihrer gesamten Länge Teil des Sentiero Italia, einem 6000 Kilometer langen Fernwanderweg in Italien. Im Wallfahrtsort Oropa kann eine Pilgerunterkunft genutzt werden.

Webseite: https://www.sac-cas.ch/gta

  • Wandern über Almwieden auf dem GTA
    Hier sind die ALpen einsam: Bivacco Orsiera im Valle di Susa.
  • Wegzeichen beim Wandern auf dem GTA
  • Aussicht beim Wandern auf dem GTA
    Die Gipfelkapelle Rocciamelone mit Blick zum Monviso.
  • Menschen auf alter Steinbrücke beim Wandern auf dem GTA
    Alte Wege, alte Brücken im Val Chiusella in der Nähe der Alpe Pra.
  • Mann präsentiert Kase in einer ursprünglichen Käserei
    Alpbauer Chiaffredo Colombero in seinem Schatzkeller im Agriturismo La Meja.

TEXT: Sarah Fischer

FOTOS: 1: Dirk Steuerwald, 2: Silvie Asler, 3: Franz Gerdl, 4: Sarah Fischer, 5: Iris Kirschner (www.powerpress.ch)